aktualisiert am Montag, 19 Oktober, 2009

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BUND-Presseinformation | 19.10.2009

UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe wird 30 Jahre alt:
Große Herausforderungen stehen bevor

Der Bund für Umwelt und Naturschutz sieht das UNESCO-Biosphärenreservat „Mittelelbe“ vor großen Herausforderungen stehen: „Wenn die geschützten Auenwälder für die Zukunft erhalten bleiben sollen, darf die Elbe nicht weiter vertieft und damit den Auen das Wasser abgegraben werden“, erklärt Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt. „Es gilt, neue Prioritäten zu setzen, denn die Elbe ist nicht nur Wasserstraße. Ihre Bedeutung für Ökologie, Hochwasserschutz und Tourismuswirtschaft ist ungleich größer. Jährlich kommen Hunderttausende Touristen an die Elbe, um diese Flusslandschaft zu erleben, hunderte von Arbeitsplätzen sind davon abhängig, dass die Elbe ein attraktiver und naturnaher Fluss bleibt.“

In einem Schreiben an den Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Wolfgang Böhmer, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ein Gesamtkonzept für die Elbe gefordert. Es gehe darum, alle Belange angemessen zu berücksichtigen und die Prioritäten neu zu setzen. Bislang wird für die Wasserstraße das meiste Geld ausgegeben – bei einem stetigen Rückgang der Gütertransporte. Für den Schutz von Natur und Landschaft, darunter auch das UNESCO-Welterbe „Dessau-Wörlitzer Gartenreich“, für den Tourismus und für den ökologischen Hochwasserschutz werde nur ein Bruchteil Geld in die Hand genommen. Dieses Verhältnis müsse den Realitäten angepasst werden, fordert der BUND.

Hintergrund: In den letzten 30 Jahren wurde die Elbe im Bereich der Kernzone des Biosphärenreservates bereits um 30 cm vertieft. Dies bedeutet, dass bei gleicher Wassermenge die Niedrigwasserstände in Fluss und Aue deutlich gefallen sind. Da der Vertiefungstrend sich selbst beschleunigt, muss mit weiterer Austrocknung der Flusslandschaft gerechnet werden. Der Klimawandel mit weniger Niederschlag im Sommerhalbjahr beschleunigt diese fatale Entwicklung, wenn keine wirksamen und umfassenden Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die bisherige Zugabe von rund 100.000 Tonnen Kies pro Jahr in das Flussbett konnte diesen Prozess der Vertiefung nicht stoppen.

Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt | Telefon 03 9244 - 290 | mobil 0178 1617899

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