aktualisiert am Sonntag, 20 September, 2009

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elbe-insel | 20.09.2009

ElbeMahnFeuer brannten an 25 Orten vor über 2 000 Menschen

 Domprediger Giselher Quast: „Der Politik Dampf machen“ - „Die Elbe braucht unsere Radikalität“

An 25 Orten entlang der Elbe von Pirna/Dresden bis Cuxhaven loderten am gestrigen Sonnabend die Flammen. Ein Netzwerk aus Flussschützern, darunter  Umweltverbände, Bürgerinitiativen, Kirchen, Parteien und Gewerbevereinen setzten damit eine Woche vor der Bundestagwahl ein sichtbares Zeichen und forderten den konsequenten Schutz der einmaligen Flusslandschaft mit seinem Kultur- und Naturerbe von Weltrang.

Die Aberkennung des Dresdner UNESCO-Welterbetitels wegen eines Verkehrsprojektes und die Gefährdung des UNESCO-Welterbegebietes „Dessau-Wörlitzer Gartenreich“ sowie des Biosphärenreservates „Flusslandschaft Elbe“ durch die laufenden Elbvertiefungen seien höchste Alarmsignale und gleichzeitig politische Herausforderungen, so die Veranstalter. 

 Auf dem Domfelsen in Magdeburg verlangte Domprediger Giselher Quast ein „Ende der Schaukelpolitik um die Elbe“ und sah im Feuer ein Symbol, um „Dampf zu machen“ sowie „Wasser zum Sieden und Herzen zum Glühen zu bringen“.  Die Elbe brauche „unserer Radikalität“, damit sich der Dom auch in 800 Jahren noch so in der Elbe spiegele wie heute.

Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt erklärte: „Nach wie vor haben die auf Bundesebene regierenden Parteien nicht begriffen, dass die Elbe ein natürlicher Niedrigwasserfluss ist. Das verfolgte Ziel, durch Baumaßnahmen, wie Steinschüttungen  eine nahezu ganzjährige Befahrbarkeit der Elbe für Frachtschiffe zu erlangen, ist auf Grund des zunehmenden Wassermangels blanke Utopie. Der Preis der Elbvertiefungen ist hoch, zu hoch, um ihn verantworten zu können.“

An vielen Orten nahmen auch Bundestagskandidaten mehrerer Parteien an den Aktionen teil, die sich für den Schutz der Flusslandschaft aussprachen.  Auch in Halle an der Saale fand eine Mahnfeueraktion statt, um gegen den geplanten Saale-Elbe-Kanal zu protestieren.

Rückfragen:
Dr. Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt  039244 290 bzw.  0178 1617800
Iris Brunar, PRO ELBE 0178 1630204

 

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