aktualisiert am Donnerstag, 18 Juni, 2009

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BUND | Hamburg, 17. Juni 2009

Bestellte Argumente für Ausbau der Mittel- und Oberelbe

Die heute in Hamburg von Wirtschaftssenator Axel Gedaschko vorgestellte Studie "Konzeptstudie zur Verkehrsverlagerung vom Lkw auf Binnenschiffe und zur Stärkung der Hinterlandverkehre“ ist nach erster Einschätzung des BUND ein erneuter Versuch, den problematischen Ausbau der Mittel- und Oberelbe zu legitimieren. Zwar wird festgestellt, dass die Wasserstände einen wirtschaftlichen Betrieb derzeit unmöglich machen, aber über eine Instandsetzung der Buhnen und – falls notwendig - über „geringfügige Ausbaumaßnahmen“ sei dieses Problem zu beseitigen.

Dem widerspricht der BUND entschieden. Der Ausbau der Buhnen, der bis 2010 laufen soll, ist bereits weitgehend abgeschlossen und hat keinen nennenswerten Fortschritte gebracht. Auch im letzten Jahr lagen die Wasserstände in der Mittel- und Oberelbe an mehr als 140 Tagen unter 1,60 Meter. Die Elbe ist ein natürlicher Niedrigwasserfluss und zwischen Geesthacht und Dresden bzw. Tschechien die meiste Zeit des Jahres nicht rentabel mit Frachtschiffen befahrbar. Gerade für einen dreilagigen Containerverkehr – in der aktuellen Studie als besonders wirtschaftlich bezeichnet - sind zudem mindestens zwei Meter Fahrrinnentiefe erforderlich. Eine solche Mindesttiefe ist aber in der Mittel- und Oberelbe erst recht nicht zu realisieren.

Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg: "Wirtschaftssenator Axel Gedaschko versucht offenbar im Schulterschluss mit der Hafenwirtschaft erneut die Taktik, über millionenschwere Investitionen in Infrastruktur und neue Binnenschiffe in einem zweiten Schritt den Ausbau der Mittel- und Oberelbe durchzudrücken. Frei nach dem Motto: Nun können wir auf halber Strecke nicht stehen bleiben.“  

Der BUND fordert insbesondere den schwarz-grünen Senat in Hamburg auf, die unsinnigen Ausbaupläne ein für alle mal zu begraben. Die Mittel- und Oberelbe ist der letzte relativ unverbaute Fluss in Mitteleuropa und über weitere Strecken nach deutschen und europäischen Naturschutzrecht geschützt. Und es gibt eine Alternative, die der BUND seit Jahren vorschlägt und bereits von Teilen der Wirtschaft schon umgesetzt wird: Die Elbehäfen transportieren die Container größtenteils auf der Schiene statt auf dem Wasser - klimaschonend und naturschutzverträglich.

Gern schicken wir die Fahrrinnentiefen-Statistiken für dieMittel- und Oberelbe als pdf-Datei zu.

Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler | Leiter des BUND-Elbeprojekts | mobil 0178 - 1617800
Manfred Braasch | BUND Hamburg | Telefon 040 600 387 12 | mobil 0172 408 3401 

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