aktualisiert am Freitag, 13 März, 2009

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BUND-Info | Magdeburg, 04. 03. 2008

Elbschifffahrt 2008 auf absolutem Tiefststand

2008 nur 0,7 Millionen Tonnen transportiert – Steinschüttung an an Elbufern
erweisen sich als nutzlos – Saale-Elbe-Kanal immer aberwitziger

Nach aktuellen Informationen des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg wurden im vergangenen Jahr nur noch 0,7 Millionen Tonnen Güter auf der Elbe bei Magdeburg transportiert (Vorjahr: 0,9 Millionen Tonnen, siehe Grafik). Damit wurde ein absoluter Tiefststand seit über einhundert Jahren markiert. Vor allem die anhaltenden Niedrigwasserstände von Mai bis Dezember haben zu diesem Rückgang beigetragen. Die Elbehäfen verlagern ihren Güterumschlag deshalb zunehmend auf die Schiene, die auch für die Zukunft nach Aussagen der Deutschen Bahn AG im Elbekorridor über ausreichend freie Kapazitäten verfügt.  

Baumaßnahmen an Elbe nutzlos und ökologisch schädlich

„Die seit über 15 Jahren mit Millionenaufwand betriebenen Steinschüttungen an den Elbufern, die angeblich die Befahrbarkeit verbessern sollen, erweisen sich als nutzlos, schlussfolgert Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt. Die von der Schifffahrtsbehörde immer wieder vorgetragene Begründungen, dass die „Schlaglöcher des Feldweges Elbe“ beseitigt werden müssten, um den Verkehr zu steigern, seien ein Ammenmärchen. Es sei offensichtlich: Die Behörde suche auf Kosten der Natur und auf Rechnung der Steuerzahler nach Selbstbeschäftigung, so der BUND.

Konsequenzen für Saale-Elbe-Kanal

Das Niedrigwasser, die geringe Zahl und die niedrige Auslastung der Frachtschiffe auf der Elbe (Durchschnittsladung unter 400 Tonnen) verlange nach Konsequenzen im Hinblick auf den geplanten Saale-Elbe-Kanal, so der BUND. Wäre dieser Kanal schon fertig, hätten im Jahre 2008 die Frachtschiffe mit voller Ladung von Mai bis Dezember auf Grund der niedrigen Wasserstände der Elbe überhaupt nicht fahren können. Wie die Wasserstände der letzten 20 Jahre belegten, wäre auch eine Teilbeladung mit nur 1.000 Tonnen die meiste Zeit nicht machbar, denn die Schiffe würden aus Wassermangel in der Elbe steckenbleiben.(Grafiken werden auf Wunsch geliefert) 

„Die Realität beweist schon heute, dass der Kanal für den beabsichtigten Transport von Massengütern nicht nutzbar wäre. Er ist ein totgeborenes Kind. Wer dennoch trotz dieser Fakten den Bau des Kanals fordert, will im zweiten Schritt den Ausbau der Elbe erzwingen, auch wenn dies heute nicht so formuliert wird“, so der BUND.

Mehrere wissenschaftliche Einrichtungen haben inzwischen ihre Mitarbeit bei der Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Kanals angeboten, darunter das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig und die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Nun liegt es an der zuständigen Behörde, dem Wasserstraßenneubauamt Magdeburg, dieses Angebot der Zusammenarbeit anzunehmen.

Der BUND fordert die zuständigen Landes- und Bundesverkehrsminister auf, eine ehrliche und objektive Prüfung der Wirtschaftlichkeit des geplanten Saale-Elbe-Kanals mit unabhängigen Gutachtern sicherzustellen, um einer millionenschweren Fehlinvestition vorzubeugen. Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Situation erscheint der Kanalbau immer aberwitziger.     

Hintergrund: Mit einer Länge von 10 Kilometern soll der Kanal von Calbe/Saale nach Barby direkt in die Elbe führen. Seine veranschlagten Kosten (2008) betragen 100 Millionen Euro. Er ist für Europaschiffe mit einer Ladungskapazität von 1.350 Tonnen und einem Tiefgang von 2,50 m vorgesehen – eine Voraussetzung für wirtschaftlichen Transport von Massengütern. 

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