Pressemitteilung BUND und PRO ELBE | 22.07.2008
Die Parlamentariergruppe „Frei fließende Flüsse“ unterstützt Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen vor Ort im Kampf gegen den Saale-Elbe-Kanal. Auf Einladung des BUND-Elbeprojektes und der Bürgerinitiative PRO ELBE informierten sich heute Bundestagsabgeordnete der Parlamentariergruppe Frei fließende Flüsse, Landtagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt und hochrangige Kirchenvertreter über den Stand der Planungen zum Saale-Seitenkanal sowie über die Elbevertiefungen und die damit verbundene Bedrohung des UNESCO-Welterbes Dessau-Wörlitzer Gartenreich.
Die Exkursion unter Leitung von Ernst Paul Dörfler und Iris Brunar fand als Bootsfahrt auf der Elbe zwischen Brambach bei Dessau und der Saalemündung statt. Unter den Gästen befanden sich die erste Vorsitzende der Parlamentariergruppe „Frei fließende Flüsse“, Bruni Irber (SPD) mit Ihrem Vorstandskollegen Horst Meierhofer (FDP). Beide haben ihre Wahlkreise an der Donau. Aus Sachsen-Anhalt nahmen die Bundestagsabgeordneten und Mitglieder der Parlamentariergruppe Undine Kurth (Bündnis 90/Die Grünen) und Jens Ackermann (FDP) sowie die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, teil. Aus dem Landtag in Sachsen-Anhalt waren die Abgeordneten Angelika Hunger (Die Linke) sowie Gerry Kley (FDP) dabei.
Der Parlamentariergruppe frei fließende Flüsse gehören 31 Bundestagsabgeordnete aus allen im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der CDU/CSU an. Die Abgeordneten haben sich zum Ziel gesetzt, ein Netzwerk für den Schutz der großen frei fließenden Flüsse und Flussabschnitte in Deutschland aufzubauen. Elbe, Saale Donau und Oder gehören zu den Schwerpunkten der Arbeit. Die letzten freien Flussbereiche sind vor allem durch Verbauung, Kanalisierung und Staustufenbau für die Schifffahrt gefährdet.
„Mit dem bestehenden Hafen Halle und dem geplanten Saale-Seitenkanal werden Bedingungen geschaffen, die zwangsläufig zu einem weiteren Ausbaudruck auf die Elbe flussabwärts führen. Der Saale-Seitenkanal darf nicht zum Druckmittel für einen späteren Elbeausbau werden“, fordert MdB Bruni Irber, die erste Vorsitzende der Parlamentariergruppe Frei fließende Flüsse im Deutschen Bundestag ist. „Mit dem Flussausbau wird auf das falsche Pferd für die Region zwischen Dessau und Magdeburg gesetzt. Der Tourismus ist eine
unterschätzte Größe für die Wirtschaft der Region. Das UNESCO-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich zieht Jahr für Jahr zahllose Touristen an die Elbe und die umliegenden Städte und Gemeinden“, erklärt Bruni Irber, „ein Kanal dagegen zerstört nicht nur die Landschaft und den Tourismus, er hat auch negative Folgen für die gesamte Ökologie.“
„Seit Jahrzehnten kämpfen wir an Donau und Elbe für einen vernünftigen Umgang mit unseren Naturschutz-Juwelen“ so BUND-Vorsitzender Hubert Weiger, der die Bootsfahrt begleitete. „Wir sind froh darüber, dass nun Bundes- und Landespolitiker sich für dieses Anliegen engagiert einsetzen und sich sachkundig machen wollen. Gerade an Elbe und Saale haben wir viel zu verlieren, wenn an den Flüssen weiter gebaut wird, wie bisher. Der BUND fordert deshalb Bundes- und Landesregierungen auf, Kosten und Nutzen der Wasserstraßen öffentlich zu machen und neueste Trends wie Klimawandel und seine Auswirkungen nicht weiter zu ignorieren. Das häufige Niedrigwasser der Elbe lässt eine rentable Güterschifffahrt nicht zu.“ Die Bundestagsabgeordneten unterstützen die Forderungen der Naturschutzverbände und Bürgerinitiativen nach einer frei fließenden
Elbe und Saale. Gefordert wird die öffentliche Prüfung der so genannten Unterhaltsmaßnahmen. Sie sind teilweise ein verdeckter Ausbau ohne jede Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler
BUND-Elbeprojekt
mobil: 0178 1617800
…zur Übersicht
|