BUND – Elbeprojekt | 06.07.2008
Bereits zum dritten Mal hat Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre die
von ihm angestoßenen Gespräche mit Fachleuten zum Thema
Elbe und Saale abgesagt. Aktuell handelt es sich um eine für den 6.7. an der Universität
Halle-Wittenberg vorgesehene Veranstaltung zur Wirtschaftlichkeit des geplanten Saale-Elbe-Kanals.
„Mit der Methode, angeblich offen zu sein für Gespräche und dann kurz vorher
abzusagen blamiert Verkehrsminister Daehre nicht nur sich selbst, sondern
die gesamte Landesregierung Sachsen-Anhalts”, empört sich der
Landesvorsitzende des BUND, Volker Lüderitz am Montag in Magdeburg.
Dabei scheint es dem Minister gleichgültig zu sein, wer der Einladende ist:
So erhielten schon zuvor der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen, der
Kirchenpräsident der Anhaltischen Landeskirche und das Helmholtz-Zentrum für
Umweltforschung nach einer Zusage wieder eine Absage vom Verkehrsminister.
Lüderitz: „Daehres Glaubwürdigkeit und Demokratieverständnis tendiert gegen Null. Einerseits beschwört er, dass der Saale-Elbe-Kanal von unabhängigen Fachleuten geprüft werden solle, andererseits geht der Minister fachlichen Argumenten systematisch aus
dem Weg, frei nach dem Motto: Verwirrt mich nicht mit Fakten, ich habe die
Entscheidung schon längst getroffen”.
Wie unsinnig der von Daehre verfolgte Bau des Saale-Elbe-Kanals ist, zeigt
ein aktueller Blick auf die Wasserstände der Elbe:
Die Güterschifffahrt ist wegen Niedrigwassers faktisch eingestellt. Alle
Baumaßnahmen an Saale und Elbe machen keinen Sinn, wenn das nötige Wasser
für Frachtschiffe fehlt.
Die Landesregierung hat auf eine kleine Anfrage der Linken geantwortet, dass
im Durchschnitt die Elbe bei Magdeburg an nur 111 Tagen im Jahr eine Fahrrinnentiefe
von 2,50 m aufweist. Für einen rentablen Transport von Massengütern wäre
diese Tiefe nahezu ganzjährig erforderlich.
BUND-Landeschef Lüderitz: „Es ist bekannt, dass sich Verkehrsminister Daehre
nicht von der Sachkenntnis anderer beirren lässt. Offenbar aber traut er
nicht einmal den Fakten aus seinem eigenen Hause”.
Trotz der Absage durch Daehre wird die öffentliche Veranstaltung zum Saale-Elbe-Kanal um 14 Uhr in Halle (Universitätsring 10 Hallischer Saal) mit Vertretern der Universität Halle, des Umweltbundesamtes, des Potsdam-Instituts für Klima-Folgenforschung und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung Leipzig stattfinden.
Rückfragen:
Ernst Paul Dörfler
BUND-Elbeprojekt
mobil: 0178 1617800
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