aktualisiert am Donnerstag, 24 Juli, 2008

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BUND | Juni 2008

Manifest für einen neuen Umgang mit der Elbe

Auf der Burg Lenzen fand vom 27. bis 29. Juni die Tagung "Die Bedeutung der Flüsse für die biologische Vielfalt" statt. Zu dieser Veranstaltung hatten die Deutsche Naturschutzakademie e.V. (DNA) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eingeladen. Im Rahmen von Vorträgen, Arbeitsgruppen und Exkursionen wurden die bedrohliche Situation der Flusslandschaften Europas, aber auch positive Beispiele vom Umgang mit den Flüssen dargestellt. Mit der Verabschiedung des Elbemanifests wurden alternative Wege aufgezeigt, die den Schutz der naturnahen Flusslandschaft der Elbe zum Ziel haben. Prof. Dr. Gerhard Kneitz, Präsident der DNA, betonte ihre Bedeutung: "Naturnahe Flüsse und ihre Auen bilden das ökologische Rückrat unserer Landschaften. Sie sind die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas - unsere Hotspots der Biodiversität." Die DNA wurde 1976 in Bayern vom Zoologen Bernhard Grzimek gegründet und hat seit November 2007 ihren Sitz auf der Burg Lenzen.

Das Lenzener Flussmanifest zur Elbe wurde einstimmig von den anwesenden Flussexperten aus ganz Deutschland verabschiedet. In dem Manifest fordern die DNA und der BUND die Entwicklung der Elbe zu einem möglichst naturnahen Fluss, dem wieder mehr Raum gegeben werden soll. Es müssen verloren gegangene Auenlebensräume durch Rückdeichung wieder an die Elbe angeschlossen werden, um einen größtmöglichen Wasserrückhalt in der Fläche zu ermöglichen. Um dem Fluss eine eigendynamische Entwicklung hin zu mehr Strukturvielfalt zu ermöglichen und die Eintiefung zu bremsen, müssen die Regulierungsbauwerke wie Buhnen, Deck- oder Leitwerke mindestens teilweise zurückgebaut werden. "Eine Abkehr von der Politik des Flussverbaues um jeden Preis bringt nicht nur für Naturschutz, Hochwasserschutz und Tourismus Vorteile, sondern auch für den Erhalt der Grundwasserressource und für die Landwirtschaft," erklärt Prof. Dr. Hubert Weiger, der Vorsitzende vom BUND.

Von allen deutschen Flüssen bietet die Elbe derzeit das größte Potential für eine naturnahe Entwicklung. Die derzeit stattfindenden Wasserbaumaßnahmen wie Steinigung und Sohlvertiefung führen unweigerlich zu einer fortschreitenden Eintiefung des Flusses. Wird jetzt die Chance zum Umsteuern nicht genutzt, würden Fluss und Aue massiv geschädigt und damit diese naturnahe Flusslandschaft "Mittlere Elbe" unwiederbringlich zerstört. BUND und DNA werden sich auch zukünftig mit voller Kraft für den Erhalt naturnaher Flusslandschaften in Deutschland einsetzen.

Für inhaltliche Rückfragen:
Stephan Gunkel, Referent für Gewässerpolitik
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Telefon 030 - 275 86 465, mobil 0160 - 44 200 70
stephan.gunkel@bund.net

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