aktualisiert am Donnerstag, 20 Dezember, 2007

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Elbausbau nicht gerechtfertigt

Geringer Güterverkehr auf der Elbe rechtfertigt keinen Wasserstraßenausbau

1.2.2006 | BUND Presseinfo

Der Leiter des BUND-Elbeprojektes, Dr. Ernst Paul Dörfler, erteilt den erneut aufkommenden Forderungen nach einem Ausbau der Elbe eine klare Absage:

„Der Güterverkehr auf der Elbe ist stark rückläufig und hat sich in den letzten acht Jahren nach der amtlichen Statistik halbiert, nach den Prognosen hätte er sich mehr als verdoppeln sollen. (Grafik) Damit hat die Wirtschaft auf die ungünstigen und nicht planbaren Fahrbedingungen reagiert. Eis, Hochwasser und Niedrigwasser sowie der Klimawandel führen immer öfter zu Einschränkungen und Einstellungen des Güterverkehrs.

Forderungen der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe nach weiteren Investitionen in die Wasserstraße Elbe sind angesichts der knappen Kassen nicht vertretbar. Kosten und Nutzen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis. Die Umschlagsmengen der Elbehäfen in Sachsen sind so marginal, dass sie in der Statistik kaum darstellbar sind. (Grafik: Güterumschlag in Elbegebietshäfen). Die über das Wasser transportierten Container sind – wenn die Elbe den Transport nicht zulässt – ohne Probleme auch über die Schiene abzufahren. Lediglich ein zusätzlicher Zug pro Tag wäre nötig, um die Container an ihr Ziel zu bringen.“

Derzeit fahren nach Angaben der Bahn Railion täglich 10 Containerzüge im Elbekorridor. Bei Nichtbefahrbearkeit der Elbe müssten dann 11 statt 10 Züge am Tag fahren. Die Bahn hat ihre Kapazitäten nur zu 20-30% ausgelastet, sie ist Vergleich zum Frachtschiff schneller, zuverlässiger, energiesparender, umweltschonender und hat vor allem keine Probleme mit ständig wechselnden Wasserständen.

Um vor politischen Fehlentscheidungen zu warnen, hat die BUND-Kreisgruppe in Torgau eine Unterschriftenaktion gegen einen weiteren Elbausbau gestartet.

Karin Noack, Vorsitzende der Kreisgruppe: „Wir wollen Bundeverkehrsminister Tiefensee die Unterschriftenlisten überreichen und ihn damit auffordern, sich umfassend zu informieren um die alten Fehler, die an den westdeutschen Flüssen gemacht wurden, nicht an der Elbe zu wiederholen“.

Rückfragen:
Dr. Ernst Paul Dörfler BUND-Elbeprojekt 039244 290 bzw. 0178 1617800
Karin Noack, BUND Torgau

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