aktualisiert am Freitag, 1 Juli, 2011

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29.06.2001 | mdr.de / sachsen-anhalt

Sachsen-Anhalt : Kritik an Streichung des Saale-Ausbaus

Die Kritik am möglichen Aus für den Elbe-Saale-Kanals ebbt nicht ab. Ein Hallenser Verein zur Wiederbelebung der Binnenschifffahrt auf der Saale kritisierte am Mittwoch die Entscheidung des Bundes, nur noch besonders stark genutzte Wasserstraßen auszubauen. Mit einem Federstrich würden faktisch 500 Millionen Euro versenkt, die in den vergangenen 20 Jahren in den Saale-Ausbau getätigt worden seien. Das zeuge von wirtschaftlicher Unvernunft, hieß es vom Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt Halle. Vereinssprecher Manfred Sprinzek warnte zugleich vor großer Enttäuschung in der Region. So hätten sich viele Unternehmen sich bei der Standortwahl auf die Ausbau-Pläne verlassen.

Der bis zu zehn Kilometer lange Elbe-Saale-Kanal soll in der Nähe der Mündung der Saale in die Elbe entstehen und Flusswindungen umgehen.

Verkehrsausschuss berät Wasserwege

Zum Ausbau des Wasserwegenetzes in Deutschland hatte es am Mittwoch auch eine erste Expertenanhörung im Verkehrsausschuss des Bundestages gegeben. Ergebnisse wurden vorerst nicht bekannt. Das Bundesverkehrsministerium plant wegen knapper Kassen, nur noch in die für die Binnenschifffahrt wichtigen Wasserstraßen zu investieren. Saale und Elbe sollen nicht dazugehören.


29.06.2011 | MDR aktuell

"Es gibt regelrecht Rennstrecken"

Über den Elbe-Saale-Kanal, in den bislang mehr als 100 Millionen Euro geflossen sind, wird im Salzlandkreis seit Jahren gestritten. Die bis zu zehn Kilometer lange Verbindung soll auch größeren Transportschiffen einen Zugang auf der Saale ermöglichen. Das Land, die CDU und die Wirtschaft stehen hinter dem Ausbau, weil sie von ihm einen Impuls für die regionale Wirtschaft erwarten: Denn die Saale würde dadurch an das europäische Wasserstraßennetz angeschlossen. BUND, Grüne und weitere Gegner bewerten das Projekt hingegen als unsinnig, denn der bereits für 30 Millionen Euro ausgebaute Hafen von Halle sieht seit Jahren kein Frachtschiff. Zudem sei die Elbe ohnehin viel zu flach.
Saale keine "Restwasserstraße"

Dafür, dass die Saale keine "Restwasserstraße" wird, setzen sich über 500 Mitarbeiter der Stadtwerke-Unternehmen ein. Eine entsprechende Unterschriftenliste wurde am Mittwoch dem Präsidenten des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt übergeben. Zudem traf am Mittwoch ein Transportschiff im Hafen Halle ein. Es lieferte eine Gasturbine, das Herzstück des neuen Kraftwerks Trotha. Dies dokumentiert nach Stadtwerkeangaben auf eindrucksvolle Weise, dass die Saale durchaus ihre Berechtigung als Transport- und Binnenwasserweg hat.

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