aktualisiert am Donnerstag, 15 Januar, 2009

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13.10.2009 | Sächsische Zeitung | von Stephan Schön

Klimawandel nimmt der Elbe das Wasser

Forscher sagen schon für die nächsten Jahrzehnte lange und extreme Phasen von Niedrigwasser voraus.

Potsdam. Das Wasser in der Elbe und in ihren Zuflüssen wird durch den Klimawandel knapper als bisher angenommen. Phasen von extrem wenig Wasser wird es häufiger geben, sie dauern länger und sie beginnen immer früher. Die Zuflüsse östlich der Elbe werden Mitte des Jahrhunderts mitunter ohne Wasser sein, wodurch auch die Grundwasservorräte zurückgehen.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Bundesforschungsprojekt, das sich den regionalen Folgen des globalen Klimawandels entlang der Elbe widmet. Bis 2010 laufen dazu weitere Untersuchungen. Derzeit werden erste Ergebnisse vorgestellt.

„Selbst wenn wir die günstigste Variante für die künftigen Niederschläge zugrunde legen, wird das Wasserdefizit größer als erwartet sein“, sagt Projektleiter Frank Wechsung vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung der SZ. Was heute als Mindestwasserstand für die Elbe gelte, werde 2050 sehr wahrscheinlich der mittlere Wasserstand sein. Heute sei die Schifffahrt nur jedes zweite Jahr mehr als 20 Tage lang verhindert. „2050 wird dies in neun von zehn Jahren der Fall sein“, sagt Wechsung.

Probleme werden auch die Kraftwerke entlang der Elbe und an deren Zuflüssen bekommen. Kühlwasser wird knapp und das warme, wenn auch saubere Abwasser darf nicht mehr in die so schon erwärmten Gewässer fließen.

Feuchtgebiete wie der Spreewald haben einen immer größeren Wasserbedarf. Soviel Wasser wird es im Sommer nicht mehr geben, heißt es im jetzt verabschiedeten Memorandum.

Einzig die Landwirtschaft entlang der Elbe wird zumindest vorerst vom Klimawandel profitieren. Die Pflanzen wachsen durch Wärme und mehr Kohlendioxid besser. Wassermangel wird später aber auch hier ein Problem.

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