12. Oktober 2009
Staatssekretär eröffnet in Potsdam Konferenz zum Wasserhaushalt
Der globale Klimawandel hat in den vergangenen zehn Jahren zunehmend regionale Auswirkungen, besonders betroffen davon ist die Schlüsselressource Wasser. Die
Folgen für den Wasserhaushalt werden die ökologischen und sozio-ökonomischen Entwicklungsaussichten in vielen Regionen entscheidend prägen. Wissenschaftler
unterschiedlichster Disziplinen diskutieren von Montag bis Mittwoch in Potsdam zusammen mit Akteuren in Politik und Gesellschaft die Perspektiven für Donau und Elbe. „Wenige Wochen vor den entscheidenden Verhandlungen für ein Klimafolgenabkommen in Kopenhagen im Dezember liefern die Wissenschaftler zentrale Resultate und Instrumentarien für die immer wichtiger werdende Diskussionüber geeignete regionale Anpassungsmaßnahmen“, sagte Prof. Frieder Meyer-
Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Staatssekretär verwies in diesem Zusammenhang auf GLOWA – kurz für: Globaler Wandel des Wasserkreislaufs, ein Förderschwerpunkt innerhalb des BMBF.
Ziel dieses
Forschungsprogramms ist es, in direkter Zusammenarbeit mit den Nutzern und
Anwendern Instrumentarien und integrative Strategien für die nachhaltige und
vorausschauende Bewirtschaftung von Wasserressourcen unter Berücksichtigung des
Klimawandels zu entwickeln. Fünf exemplarische Flusseinzugsgebiete in Europa,
Nahost und Afrika wurden für die Untersuchungen ausgewählt. In Europa sind dies
Elbe und Donau. Der Förderschwerpunkt GLOWA wird über einen Zeitraum von 2000
bis 2012 mit insgesamt etwa 75 Millionen Euro vom BMBF gefördert, wobei rund 27
Millionen Euro für die Forschungen an Elbe und Donau investiert wurden.
Auf der Konferenz in Potsdam werden die Ergebnisse der beiden europäischen
GLOWA-Projekte Donau und Elbe einer breiten Öffentlichkeit, Spezialisten und
Entscheidungsträgern aus der Region vorgestellt und diskutiert. Die Konferenz spannt
einen weiten Bogen vom Klimawandel über demographischen und strukturellen
Wandel bis zum Landnutzungswandel. Die Konferenz wird vom BMBF ausgerichtet
und federführend durch die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und das
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vorbereitet. Sie wendet sich an
Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, an Wissenschaftler und an
die interessierte Öffentlichkeit.
Die von Wissenschaftlern verschiedenster deutscher Universitäten und
Forschungseinrichtungen entwickelten integrierten Betrachtungsweisen großer
Flusseinzugsgebiete erschließen der Wissenschaft eine neue Qualität in der
Unterstützung von Entscheidungsprozessen für Politik, Wirtschaft und wasserwirtschaftlicher Praxis. „GLOWA verfolgt dabei das Ziel, die Resultate von
Forschungsarbeiten frühzeitig gemeinsam mit regionalen Handlungsträgern aus Politik,
Verwaltung und Wirtschaft zu diskutieren und daraus geeignete
Anpassungsmaßnahmen abzuleiten“, so Meyer-Krahmer.
Im Rahmen von GLOWA Donau lassen die Simulationsergebnisse für den Zeitraum
2011-2060 erwarten, dass das Wasser an der Oberen Donau zwar knapper, nicht aber
zu wenig werden wird. Die jahreszeitliche Umverteilung wird jedoch unter anderem zu
Einschränkungen für die Schifffahrt führen. Szenarien-Studien des GLOWA Elbe
Projektes zeigen, dass ein fortgesetzter Temperaturanstieg bis zur Mitte des
Jahrhunderts zu einer nochmalig deutlichen Minderung der Wasserressourcen im
Einzugsgebiet der Elbe führen wird. Die Analysen und Studien aus GLOWA Elbe
bestätigen die Warnungen zum Klimawandel und seiner Folgen nachdrücklich. Aus
Szenarien wird damit absehbare Realität.
Weitere Informationen finden Sie unter /www.glowa.org.
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