aktualisiert am Freitag, 15 Mai, 2009

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Montag, 21. September 2009 | Sächsische Zeitung

Mahn-Feuer für Elbegebiet

Riesa. Am Sonnabend versammelten sich in Riesa 22 Teilnehmer zum Elbe-Mahn-Feuer. Es wurden die Forderungen zur Bundestagswahl verlesen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz und das Bürgerbündnis für die Elbe sind gegen weitere Steinschüttungen und Verengungen des Flussbettes der Elbe und setzen sich für einen vorsorgenden Hochwasserschutz ein. Die Elbe und ihre Auen sind vor allem wertvolle Lebens- sowie Wirtschaftsräume für Tourismus, Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei. An 25 Orten entlang der Elbe von Pirna/Dresden bis Cuxhaven loderten die Flammen. (SZ)


Montag, 21. September 2009 | Sächsische Zeitung

Dresden: Mit Fackeln und Transparenten gegen den Ausbau der Elbe

Von Christiane Raatz

Rund 100 Naturschützer haben sich am Sonnabend in Dresden an einer Aktion zum Erhalt der bedrohten Flusslandschaft beteiligt.

Das Plakat stammt noch von den Demonstrationen gegen die Waldschlößchenbrücke: „Weltkulturstadt Dresden“ steht in großen Lettern darauf. „Den roten Strich habe ich erst nach Verlust des Titels darauf geklebt“, erklärt Norbert Scheuermann, der sich am Sonnabend zum Mahnfeuer an der Elbe eingefunden hat.

Entmutigen lassen hat er sich nicht. Damals wie jetzt geht es ihm vor allem um den Erhalt der natürlichen Elbwiesen, erklärt Scheuermann, der bei fast jeder Demo mit dabei ist. Rund 100 Naturschützer haben sich am frühen Abend an der Elbe unterhalb des Japanischen Palais eingefunden, um mit Fackeln und Mahnfeuer friedlich gegen den Ausbau des Flusses für die Schifffahrt zu protestieren.

„Die Elbe ist ein heiliger Fluss in Dresden, der nicht fragwürdigen ökonomischen Zielen geopfert werden darf“, sagt Gottfried Mann vom BUND Dresden, der die Demonstration organisierte.

Die Elbe als heiliger Fluss

Die Naturschützer befürchten, dass der Fluss in den kommenden Jahren kanalisiert und vertieft werden könnte. Dabei verwiesen die Naturschützer auf das erst kürzlich bekannt gewordene sogenannte Guttenberg-Papier für eine nachhaltige Industriepolitik.

In dem Konzept aus dem Haus von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) werden eine Stabilisierung der Wasserstände der Elbe und 2,80 Meter Tiefe für alle Bundeswasserstraßen vorgeschlagen. Die Elbe sei dafür aber wenig geeignet, weil sie häufig Niedrigwasser führe, ist Mann überzeugt.

Das zeigte auch der aktuelle Pegelstand von rund 80 Zentimetern. „Die Frachter können nicht vollbeladen werden, der Transport auf der Elbe ist einfach unwirtschaftlich“, kritisierte Mann. Ein weiterer Ausbau stelle eine Bedrohung für die natürlichen Elbauen und die in und am Fluss lebenden Lebewesen dar.

Hoffnung setzen Grüne und Umweltverbände dagegen in den neuen Koalitionsvertrag von Union und FDP in Sachsen: Darin steht, dass es in der Elbe in den kommenden vier Jahren keine künstlichen Staustufen geben soll. „Daran müssen wir festhalten, auch wenn viele Entscheidungen auf Bundesebene getroffen werden“, lautete das einstimmige Ziel.

Nicht nur in Dresden entzündeten Naturschützer am Samstagabend ein Mahnfeuer. Nach Angaben des BUND fanden friedliche Demonstrationen in 25 Orten entlang des Flusses statt, unter anderem auch in Pirna, Riesa, Meißen, Dessau-Roßlau, Magdeburg, Wittenberge und Cuxhaven. Beteiligt waren Initiativen, Verbände, Kirchenvertreter und Politiker.

Proteste in ganz Deutschland

Rund 2000 Menschen nahmen an den Protesten teil. Zu den bedrohten Flächen gehörten das Dessau-Wörlitzer Gartenreich als Weltkulturerbe und das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Das Gartenreich wird von der Elbe auf rund 43 Kilometern durchquert. Die Pflanzen und Altwasserläufe in den historischen Parks sind von den Wasserständen abhängig. (mit epd)

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