Umwelt/Verkehr | 21.09.09
Magdeburg (dpa) - Mit Mahnfeuern von Dresden bis Cuxhaven will der
Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) am Samstag gegen den Ausbau
der Elbe für die Schifffahrt protestieren. Der Verband befürchtet,
dass der Fluss in den nächsten Jahren kanalisiert und vertieft werden
könnte, wie BUND-Flussexperte Ernst Paul Dörfler am Freitag der dpa
in Magdeburg sagte. Er verwies auf das kürzlich bekanntgewordene
sogenannte Guttenberg-Papier für eine nachhaltige Industriepolitik.
In dem Konzept aus dem Hause von Bundeswirtschaftsminister Karl-
Theodor zu Guttenberg (CSU) werden eine «Stabilisierung der
Wasserstände der Elbe» und 2,80 Meter Tiefe für alle
Bundeswasserstraßen vorgeschlagen.
«Für die Flusspolitik bedeutet dies einen Rückfall in das alte,
betonorientierte Denken», sagte Dörfler. «Die Wasserstände eines
Flusses wie der Elbe, dessen Pegel ganz natürlich zwischen Hoch- und
Niedrigwasser schwanken, stabilisieren zu wollen, ist nicht machbar,
ohne den Fluss in Mauern und Staustufen einzuzwängen.» Als Folge
seien eine Zerstörung der natürlichen Flusslandschaft inklusive des
UNESCO-Welterbes im Dessau-Wörlitzer Gartenreich, ein erhöhtes
Hochwasserrisiko und ein Rückgang des Tourismus an der Elbe zu
befürchten. Ob das Konzept umgesetzt wird, ist allerdings unklar.
Mahnfeuer sind laut BUND in mehr als 20 Orten entlang des Flusses
geplant, unter anderem in Dresden, Riesa, Dessau-Roßlau, Magdeburg,
Wittenberge, Hitzacker und Cuxhaven. Beteiligt seien Initiativen,
Verbände, Kirchenvertreter und Politiker. Umweltschützer machen seit
Jahren gegen Elbe-Bauprojekte wie auch gegen den geplanten Kanal am
Zusammenfluss von Elbe und Saale mobil.
Seit dem Jahrhunderthochwasser 2002 wird der Fluss offiziell nicht
mehr für die Binnenschifffahrt ausgebaut. Bei der Befestigung von
Ufern und der Reparatur von Buhnen handelt es sich nach Lesart der
Bundeswasserstraßenverwaltung um «Unterhaltungsmaßnahmen».
(Internet: www.elbeinsel.de)
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