NDR Niedersachsen | 19.09.09
In mehr als 20 Orten entlang der Elbe werden heute Abend Mahnfeuer brennen. Mit der Aktion will der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Ausbau der Elbe für die Schifffahrt protestieren. Den Angaben zufolge sind im Norden Feuer in Cuxhaven, Otterndorf (Kreis Cuxhaven), am Lüheanleger im Alten Land, in Bleckede (Kreis Lüneburg) und in Hitzacker (Kreis Lüchow-Dannenberg) geplant. Die Mahnfeuer-Kette erstrecke sich weiter bis nach Dresden. Beteiligt seien Initiativen, Verbände, Kirchenvertreter und Politiker.
Anlass für die Protestaktion sei die befürchtete Kanalisierung sowie Vertiefung der Elbe, so BUND-Flussexperte Ernst Paul Dörfler. Er verwies auf das kürzlich bekannt gewordene sogenannte Guttenberg-Papier für eine nachhaltige Industriepolitik. Das Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums schlägt eine "Stabilisierung der Wasserstände der Elbe" und 2,80 Meter Tiefe für alle Bundeswasserstraßen vor.
BUND: "Rückfall in betonorientiertes Denken"
"Für die Flusspolitik bedeutet dies einen Rückfall in das alte, betonorientierte Denken", sagte Dörfler. "Die Wasserstände eines Flusses wie der Elbe, dessen Pegel ganz natürlich zwischen Hoch- und Niedrigwasser schwanken, stabilisieren zu wollen, ist nicht machbar, ohne den Fluss in Mauern und Staustufen einzuzwängen." Ob das Konzept überhaupt umgesetzt wird, ist allerdings unklar.
Radio Bremen | 19.09.09
Protest gegen Elbvertiefung
Bürgerinitiativen, Umweltverbände, Parteien und Kirchen wollen heute an rund 25 Orten entlang der Elbe Mahnfeuer anzünden, um auf die Gefährdung der internationalen Schutzgebiete hinzuweisen. Von Pirna bis Cuxhaven wollen sich Menschen zum gemeinsamen Protest versammeln. Die Schutzgebiete werden nach Meinung der Organsiatoren durch Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen. Die Anwohner der Elbe wollen außerdem die aktuelle Flusspolitik nicht unwidersprochen hinnehmen.
Die Bundesregierung plant, die Elbe zu vertiefen und den Wasserstand zu stabilisieren. Nach Meinung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND) sei das ein Rückfall in das "alte betonorientierte Denken". Wegen des schwankenden Pegels ohne Staustufen sei ein stabiler Pegelstand nicht zu erreichen.
Vorgesehen sind Mahnfeuer unter anderem in Pirna, Dresden, Mühlberg, Wörlitz, Dessau-Roßlau, Magdeburg, Wittenberge und bei Cuxhaven an der Mündung des Flusses in die Nordsee. Als zentraler Beginn ist 19 Uhr vorgesehen.
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