aktualisiert am Dienstag, 18 August, 2009

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Volksstimme – SBK ELBE-SAALE  RUNDBLICK | 01. August 2009

Aktionsbündnis Elbe-Saale lädt Bundestagsbewerber zum Podiumsgespräch über das Thema Flussausbau ein

Kandidaten sind gegen Saalekanal

Zum einem Podiumsgespräch hatten die Organisatoren des Elbe-Saale-Camps am Donnerstag die hiesigen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl eingeladen. Die Stellungnahmen fielen deutlich gegen einen Flussausbau aus.

Von Ulrich Meinhard

Barby. Transparente prangen in den Obstbäumen. Sie haben eine unmissverständliche Botschaft: Nein zum Ausbau von Elbe und Saale, nein zum geplanten Saale-Seiten-Kanal. Unweit des Fähranlegers in Barby wird derzeit das 17. Internationale Elbe-Saale-Camp ausgerichtet. Neben Exkursionen in die Auenlandschaft und Aktionen wie Fluss-Kabarett, Fluss-Tanz und Flusskunst, die in dieser Woche laufen, hatte das Elbe-Saale Aktionsbündnis am Donnerstagnachmittag ein Podiumsgespräch organisiert. Eingeladen waren dazu die hiesigen Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl.

Um fünf nach Fünf begrüßte der bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete Peter Hettlich, der das Gespräch moderierte, die Anwesenden in einem Großraumzelt des Camps. Auf dem Podium Platz genommen hatten Dorothea Frederking (Grüne), Dr. Rosemarie Hein (Die Linke) und Burkhard Lischka (SPD). Ulrich Köhler von der FDP kam etwas später hinzu. Einen Tag zuvor abgesagt hatte Bernd Heynemann (CDU).

Mit einem deutlichen Nein positionierten sich die drei Erstgenannten zum Flussausbau in Mitteldeutschland und insbesondere zum geplanten Elbe-Seiten-Kanal. Eine wirtschaftliche Binnenschifffahrt sei auf der Elbe nicht darstellbar, meinte Dorothea Frederking. Sie wies auf das stetig sinkende Transportaufkommen auf dem Fluss hin, das gegenwärtig bei 0,7 Millionen Tonnen pro Jahr liege. Eine Prognose aus 1992 sei für dieses Jahr noch von zwölf Millionen Tonnen ausgegangen.

Dieser Entwicklung müsse sich die Politik stellen, forderte Burkhard Lischka. Er ging mit Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) ins Gericht, der keine klare Linie in punkto Flussausbau erkennen ließe. „Für mich nehme ich ein klares Nein in Anspruch", hob der Sozialdemokrat hervor. Noch nie in seinem Leben hätte er sich mit einem so unsinnigen Projekt wie dem Seiten-Kanal beschäftigen müssen.

Warum unbedingt die Flüsse an die Schiffe anpassen, anstatt den umgekehrten Weg zu versuchen, fragte Rosemare Hein. Es müsse doch möglich sein, einen Interessensausgleich zu finden. „Im Moment sehe ich immer nur ein Gegeneinander", beklagte sie.

Der liberale Politiker Ulrich Köhler gab zu bedenken, dass seine Partei stets um einen vernünftigen Ausgleich von Ökonomie und Ökologie bemüht sei. In punkto Saale-Kanal befand er für seine Person, dass keine Notwendigkeit bestehe.

Nach den Meinungsäußerungen der Podiumsgäste gab es Wortmeldungen und Fragen aus dem Publikum. Das Elbe-Saale-Camp endet heute Abend mit einem Konzert.

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