DVZ.de | 11.05.2009
Ausbau der Binnenwasserstraßen
Der geplante Ausbau des Hafens in Wittenberge (Brandenburg) wird nach Meinung von Umweltschützern den erwarteten wirtschaftlichen Aufschwung in der Region kaum fördern. Die in den amtlichen Berechnungen unterstellte Gütermenge sei auf dem niedrigen Wasser der Elbe nicht zu transportieren.
Die Planungen für das Projekt würden von falschen Annahmen ausgehen, heißt es in einer Mitteilung des märkischen Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) vom Montag in Potsdam. Es werde das Niedrigwasser der Elbe unterschätzt und der Auslastungsgrad der Schiffe überschätzt, argumentiert der BUND.
Wegen des häufigen Niedrigwassers müsse damit gerechnet werden, dass ein rentabler Güterverkehr nicht möglich sei. Nach BUND-Angaben geht das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg für einen Verkehr mit drei Containerlagen von einer Wassertiefe von zwei Metern aus. Die Fahrrinne bei Wittenberge liege „im Durchschnitt über sechs Monate im Jahr unter zwei Metern“, heißt es. Bei doppelt gestapelten Containern sei eine Befahrung fast vier Monate im Jahr nicht möglich.
Massengut könne wegen der geringen Tiefe acht bis neun Monate lang nicht geliefert werden. Die Elbschiffe hätten im Schnitt 300 Tonnen geladen heißt es, den Planungen für den Hafen Wittenberge läge eine Ladungsmenge von im Schnitt 975 Tonnen pro Schiff an 330 Tagen zugrunde.
Grüne hat Zweifel an Hafenprojekten
Die Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Bündnis 90/Grüne) hatte schon vor kurzem vor einer Verschwendung von Steuermitteln für den Ausbau zweier märkischer Elbhäfen gewarnt. Die Pläne für Wittenberge und Mühlberg (Elbe-Elster) beruhten auf überholten Daten zur Fahrrinnentiefe aus den 1970-er und 1980-er Jahren, lautete ihre Kritik Anfang April 2009.
Beim Verkehrs- und Wirtschaftsministerium in Potsdam sind laut den Angaben noch keine Anträge auf Förderung für das Projekte in Wittenberge gestellt worden. Für das Vorhaben sei eine Unterstützung mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II möglich. (dpa)
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