aktualisiert am Freitag, 13 Februar, 2009

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MDR - Sachsen | 03.02.2009

Niedrigwasserbilanz der Elbe führt Kanal ad absurdum

Die jüngste Niedrigwasserbilanz der Elbe führt die Planungen für einen Saalekanal nach Einschätzung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ad absurdum. Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt sagte am Dienstag, die Elbe habe 2008 von Mai bis Dezember einen Wasserstand aufgewiesen, der einen rentablen Schiffstransport von Massengütern unmöglich mache. Daran könne auch ein 100 Millionen Euro teurer und zehn Kilometer langer Kanal, der Elbe und Saale verbinden würde, nichts ändern. Für Frachtschifffahrt und Wirtschaft sei der Kanal völlig nutzlos, betonte Dörfler.

Frachtschiffe seltener Anblick

Nach Angaben von Dörfler haben die Niedrigwasserzeiten in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen. Sogar jetzt, mitten im Winter, führe die Elbe nicht einmal zwei Meter Wassertiefe. Für eine wirtschaftliche Frachtschifffahrt seien mindestens 2,50 Meter nötig. Deshalb seien Frachtschiffe auf Elbe und Saale ein seltenber Anblick geworden, so Dörfler.

"Die Häfen an der Elbe nehmen zunehmend die Schiene als verlässlichen Transportweg in Anspruch." (Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt)

Bund prüft Ergebnisse

Deshalb verlangt der BUND von der Politik in Land und Bund, "logische Konsequenzen" zu ziehen und die Planungen für den Kanal sofort einzustellen. Es sei nicht mehr hinnehmbar, weitere Millionen sinnlos zu vergeuden. Nach dem Willen der Befürworter soll der Kanal die Windungen der Saale vor dem Zusammenfluss mit der Elbe überbrücken und damit die Anbindung des Hafens Halle verbessern. Im Herbst 2008 war das Raumordnungsverfahren abgeschlossen worden. Die Wasserstraßenverwaltung des Bundes prüft zurzeit die Ergebnisse.

Die anderen fünf Staustufen zwischen Halle und Klein Rosenburg stammen noch aus den Jahren 1920 bis Mitte der 30er Jahre. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hatte den endgültigen Ausbau der Saale verhindert. Seit 1992, als im Ergebnis des ersten Verkehrswegeplans der Bundesrepublik diese letzte Staustufe beschlossen wurde, setzt sich der Verein für die Umsetzung des Beschlusses ein. Die wiederum scheitert seit über 18 Jahren an den Bestrebungen von Schifffahrtsgegnern des BUND und verschiedenen anderen Gruppen von Naturschützern, die durch die Schifffahrt die Saale-Auen-Landschaft gefährdet sehen.

Der jahrelang schwelende Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern mündete 2008 schlussendlich in einem Kompromiss, der auch vom BUND akzeptiert wurde: "Statt einer Staustufe soll die Anbindung nun über einen acht Kilometer langen Kanal erfolgen", erklärt Sprinzek. Inzwischen lehnten die Gegner aber selbst den Kanal-Kompromiss ab.
In der Ausstellung gibt es zudem jede Menge Informationsmaterial zur Schifffahrt auf Saale und Elbe.

Ausstellung zur Saale-Schifffahrt bis zum 12. Februar im Kundencenter, Bornknechtstraße, geöffnet Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 8.30 bis 16.30 Uhr, Dienstag bis 18 Uhr und Freitag bis 15 Uhr.

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