Volksstimme Schönebeck | 08.12.2008
Verbesserungen der Schiffbarkeit von Mittel- und Oberelbe gefordert
Die Binnenschiffer in Deutschland spüren bereits die Folgen der Rezession. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ging die Transportmenge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 0,3 Prozent auf 186,4 Millionen Tonnen zurück. Im ersten Quartal hatten die Binnenhäfen noch ein Umschlagplus von zwei Prozent erzielt.
(dpa/ ddp). Vor allem die Beförderung von Kohle, Erzen und Eisen ging zurück. Die Entwicklung der Binnenschifffahrt folge im Jahresverlauf der abgeschwächten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, stellten die Statistiker in Wiesbaden fest.
Der Gütertransport auf dem Wasserweg ins Ausland sank dabei um 2,1 Prozent, dagegen wurde bei Warenmengen aus dem Ausland ein Zuwachs um 0,9 Prozent registriert. Der Transport über Flüsse und Kanäle macht etwa ein Zehntel des gesamten Gütertransports in Deutschland aus. In einer „Hamburger Erklärung" hat der Elbschifffahrtstag 2008 Bundestag und Bundesregierung aufgefordert, die zugesagten Maßnahmen zur Verbesserung der Schiffbarkeit auf der Mittel- und Oberelbe zeitgerecht umzusetzen und auch nach dem Jahr 2010 für stabile und verlässliche Schifffahrtsverhältnisse zu sorgen.
Trotz der Erfolge der vergangenen Jahre spiele das Binnenschiff im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens immer noch eine „Nebenrolle", kritisierte HandelskammerPräses Frank Horch. „Mindestens eine Verdoppelung der heutigen Transportmengen sollte möglich sein, dafür sind aber langfristig stabile Schifffahrtsverhältnisse auf der Mittel- und Oberelbe zwingend erforderlich."
Bis Ende August sind im Zeitraum von zwölf Monaten knapp 120.000 Standardcontainer auf „nassem Wege" ins Hinterland des Hamburger Hafens transportiert worden – ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu Rotterdam, wo Binnenschiffe 30 Prozent der Container im Hinterlandverkehr transportierten, liegt die Quote in Hamburg jedoch nur bei etwa zwei Prozent. „Es gibt Beispiele, die zeigen, dass sich die vergleichsweise längeren Transportzeiten mit dem Binnenschiff auch in internationale Logistikketten gut integrieren lassen", sagte Thomas Lütje, Geschäftsführer der HHLA Container Terminals GmbH und Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes in der Handelskammer Hamburg.
Insbesondere der internationale Warentransport über See, der trotz der aktuellen Verlangsamung langfristig weiterhin mit großer Dynamik wachsen werde, und die hohe Auslastung der Straßen- und Schienenwege machten alternative Logistikkonzepte unter Einbindung dieses Verkehrsträgers zwingend erforderlich. Auch ökologisch sei das Binnenschiff seiner Konkurrenz weit voraus.
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