mdr | 28.10.2008
Der geplante Kanal am Zusammenfluss von Saale und Elbe bei Tornitz im Salzlandkreis könnte länger und teurer werden als bislang geplant.
Nach Angaben des Flussexperten des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Ernst Paul Dörfler, soll der Kanal statt 7,5 nunmehr zehn Kilometer lang werden. Außerdem würden sich die Kosten, die zuletzt bereits von 80 auf 100 Millionen Euro korrigiert wurden, nochmals erhöhen. Grund dafür sei, dass wegen des neuen Kanalverlaufs eine Landstraße sowie Gas-, Strom- und Wasserleitungen verlegt werden müssen. Das Geld dafür sei in die Planungen noch nicht eingerechnet, sagte Dörfler.
Nur "grobe Schätzungen" zur Kostenfrage
Wie der Sprecher des Verkehrsministeriums, Harald Kreibich, mitteilte, wurden vom Landesverwaltungsamt mehrere Kanalvarianten untersucht. Die Variante, die man aus raumordnerischer Sicht bevorzugt habe, sei tatsächlich knapp zehn Kilometer lang, da der Kanal nach Überbrückung mehrerer Saale-Windungen nicht in die Saale zurück, sondern in die Elbe fließe. Nun müsse die Bundesregierung darüber entscheiden, ob das Projekt weiter verfolgt wird oder nicht. Nach Angaben von Kreibich sind im gegenwärtigen Planungsstadium zur Kostenfrage nur "grobe Schätzungen" möglich.
Steuerzahlerbund spricht von Verschwendung
Als "vollkommen nutzlos" bezeichnete Dörfler den Kanal und forderte einen Planungsstopp. Der BUND sowie Wissenschaftler der Universität Halle kritisieren das Projekt seit längerem als unwirtschaftlich und schädlich für die Natur. Im aktuellen Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes ist in diesem Zusammenhang von Verschwendung die Rede.
Wasserstand häufig zu niedrig
Landes- und Bundesregierung sind indes der Meinung, der Kanal schaffe bessere Bedingungen für die Schifffahrt. So soll der mit Millionenaufwand ausgebaute Saale-Hafen in Halle künftig auch für sogenannte Europaschiffe mit bis zu 1.350 Tonnen Ladung erreichbar sein. Nach Angaben des BUND haben die Planer jedoch mittlerweile Abstand von dem Ziel genommen, dass große Frachter ganzjährig verkehren können. Grund sei der oft niedrige Wasserstand in der Elbe, von der aus die Schiffe in die Saale fahren müssten.
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