Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat ein Ende der Bauprojekte zur Verbesserung der Schifffahrt auf der Elbe gefordert.
Der BUND-Landesvorsitzende Volker Lüderitz sagte am Dienstag, die jüngste Statistik belege, dass der Güterverkehr auf der Elbe zurückgehe und der Fluss immer weniger als Wasserstraße genutzt werde. Deshalb sollten nicht weiterhin 40 Millionen Euro pro Jahr für die Erhaltung und Verwaltung der Wasserstraße Elbe ausgegeben werden. Obendrein schade die Bautätigkeit den unter Schutz stehenden Elbauen.
Drei Containerschiffe pro Woche
Wie in der jüngsten Statistik der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost veröffentlicht, lag das Güteraufkommen auf der Elbe in Magdeburg 2007 bei 900.000 Tonnen. 2005 hatten die Elbeschiffe noch 1,3 Millionen Tonnen Güter transportiert. Nach Angaben von Lüderitz fahren pro Woche nur noch zwei bis drei Containerschiffe mit maximal 50 Containern. Mit 319 Tonnen stagniere die Ladung pro Schiff auf einem niedrigen Niveau.
"Die anhaltend hohen Wasserstraßeninvestitionen laufen trotz aller gegenteiligen Beschwörungen der Ausbaulobby offensichtlich ins Leere, da immer öfter das nötige Wasser fehlt." Volker Lüderitz,
Landesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz
Lüderitz: Prognosen gehen an Realität vorbei
Lüderitz betonte, amtliche Prognosen, denen zufolge bis 2015 eine Steigerung des Transportvolumens um 400 Prozent zu erwarten sei, gingen an der Realität vorbei. "Wenn selbst in einem relativ wasserreichen Jahr wie 2007 nicht einmal eine Million Tonnen Güter transportiert wurden, muss die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Wasserstraße Elbe auf den Prüfstand des Bundesrechnungshofes", forderte der BUND-Landesvorsitzende.