Zum Tourismus an der Elbe:
Auf vielen Fahrten lernte ich den wohl schönsten Teil des Landes Sachsen-Anhalt kennen – die Elbe mit ihren Auen. Als Hamburger und Cuxhavener kann man von solcher bezaubernden Landschaft nur träumen, und ich kann nur jedem empfehlen, den Elbe-Radweg zu entdecken.
Leider scheint mir diese Idylle neuerdings gestört und vielleicht sogar zerstört zu werden. Was mich nämlich verwunderte, sind die vielen Baustellen an der Elbe. Was passiert dort eigentlich? Als Wasserbauer frage ich mich auch, warum die Innenkurve der Elbe so aufwändig mit Steinen befestigt wird? Das ist aus fachlicher Sicht nicht nötig, weil die Strömung nicht an der Innenseite (Gleithang) angreift, sondern nur Außenkurven (Prallhang). Sandufer sind natürlich, sie sind viel attraktiver als Steinufer, und sie kosten nichts, doch hier habe ich das Gegenteil beobachtet. Dieser „harte" Wasserbau ist schon lange nicht mehr Stand der Technik, sondern der naturnahe Gewässerausbau. Wie viel kostet eigentlich der Verbau des Ufers mit Schüttstein? Hat man in Sachsen-Anhalt zuviel Geld, oder es wird es nur falsch angelegt? Ich frage mich auch: Welcher Nutzen steht diesen Kosten gegenüber und welche Folgen haben solche Baumaßnahmen für die Elbe und den Tourismus?