Volksstimme Magdeburg 10.82008
Elb-Pegel zeigt Grenzwert für Fahrgastschiffe an /
Flotte fährt trotz Niedrigwassers weiter – im Trog und auf Niegripper See
Von Karl-Heinz Kaiser
Altstadt. Alarm für die letzten Niedrigwasser-Bastionen der ElbschifffahrT: Gestern zeigte der Elbpegel Magdeburg mit 75 Zentimetern den absoluten Grenzwert für Fahrgastschiffe an. Schon dann schleichen die Schiffe dicht über Grund, bei 74 Zentimetern – dahin geht die Tendenz – ist offiziell Schluss:
Die Weiße Flotte allerdings will sich vom extrem gefallenen Wasserstand nicht in die Knie zwingen lassen. Das städtische Unternehmen geht gewissermaßen über zu „Plan B“. Bereits am Mittwoch ( es waren die bewussten 74 cm prognostiziert ) wurde deshalb das erste Schiff, die „Stadt Wolfsburg“, nach Rothensee verlagert.
Bei 74 Zentimetern wird es gefährlich
„Wir fahren von der dortigen Anlegestelle im oberen Vorhafen des Schiffshebewerks ab, umgehen so das Elbniedrigwasser“, erklärte Weiße-Flotte-Chef Peter Fechner.
Die Wolfsburg konnte am Donnerstag zwar wieder aus dem Kanal zum Petriförder zurückbeordert werden. Der Pegel war nämlich doch bei 77 Zentimetern stehen gelieben. „Aber jetzt ist die absolute Grenze erreicht“, konstatierte gestern Mittag Flotten-Koordinator Ralf Kurth. Bei den nunmehr definitiv drohenden 74 Zentimetern habe man selbst bei eingeschränkter Passagierzahl stromaufwärts vielleicht noch 15 bis 20 Zentimeter Wasser unterm Kiel. „Nicht mehr zu verantworten“, betonte er.
Ab dem heutigen Freitag werden seinen Angaben zufolge deshalb sämtliche Fahrten ab Schiffshebewerk beginnen. Ausnahme: Die „Sachsen-Anhalt“ bleibt wegen einer auf dem Schiff geplanten Hochzeit zum Supertermin 8. 8. 2008 noch am Petriförder liegen.
Erst danach „schleicht“ sie – wie ihre beiden Schwesterschiffe – in Leerfahrt über Grund und Sandbänke zur neuen, unfreiwilligen Startposition. Von dort aus nehmen die Schiffe Kurs auf den Mittelland- / Elbe-Havel-Kanal, fahren über die Trogbrücke, steigen in der Schleuse ab, um im Niegripper See zu kreuzen.
Das sowie kürzere Fahrten über die Trogbrücke sei fester Bestandteil der Planungen des Unternehmens bei Niedrigwasser, erklärte Peter Fechner.
Für die Fahrgäste ist bei den Nachmittagsfahrten 13 und 15 Uhr der Bus-Transfer vom Petriförder bis Rothensee im Preis inbegriffen.
Die Flotte hat in diesem Jahr bereits über 23 000 Passagiere befördert. Das sind rund 3000 mehr bis zum gleichen Termin des Vorjahres, nannte Fechner die neuesten Zahlen.
3000 Passagiere mehr auf den Schiffen
Diesen Aufwärtstrend wolle man aus wirtschaftlichen Gründen fortsetzen. Die Fahrgäste sollen trotz widriger Umstände Kontinuität spüren, versicherte er.
In einem Punkt muss die Flotte allerdings passen. Für das Riverside-Spektakel am Sonnabend können die Schiffe nicht auslaufen. Das habe gestern gemeinsam entschieden werden müssen, informierte Ralf Kurth.
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