aktualisiert am Mittwoch, 3 September, 2008

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Halleforum | 08.08.2008

Bütikofer informierte sich bei Bootstour

(ens) Das 16. Internationale Elbe-Saale-Camp in Barby geht am Sonnabend mit einem Flussfest zu Ende, zu dem unter anderem der Anhaltische Kirchenpräsident Helge Klassohn erwartet wird. Bereits am Donnerstag informierte sich Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, über den geplanten Saalekanal. Er forderte den Landtag von Sachsen-Anhalt auf, umgehend eine Wirtschaftlichkeitsprüfung auf der Basis aktueller Daten vornehmen zu lassen. Man könne das Niedrigwasserproblem und den Klimawandel nicht einfach ignorieren, wenn für einen Frachtverkehr das nötige Wasser fehle, so Reinhard Bütikofer vor allem mit Blick auf den niedrigen Wasserstand der Elbe, der zurzeit gerademal 1.10m misst.

Auf einem anschließenden Podium mit 100 Teilnehmern zog die Wirtschaftswissenschaftlerin Charlotte Hesselbarth von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine ernüchtendernde Bilanz der Wirtschaftlichkeit des geplanten 100 Millionen Euro teuren Kanalprojekts: "Da die Europaschiffe mit über 1000 Tonnen Ladung den größten Teil des Jahres nicht durch die flache Elbe kommen, ist die Verlagerung von Gütertransporten auf das Schiff äußerst unwahrscheinlich. Der Nutzen tendiert voraussichtlich gegen Null". Staatssekretär Onko Aikens, der die Umweltministerin von Sachsen-Anhalt vertrat, sagte, dass er eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Kanals "für nicht unvernünftig hält."

In der Debatte sei deutlich geworden, dass in den laufenden Planungsverfahren eine aktuelle Analyse von Kosten und Nutzen des Kanals nicht vorgesehen ist, so Ernst Paul Dörfler vom BUND. Dazu müssten Sachsen-Anhalts Politiker die Weichen stellen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig habe inzwischen auch ein Angebot zur Mitarbeit unterbreitet.

„Die Argumente und die unterschiedlichen Positionen sind hinlänglich bekannt“, sagte Harald Kreibich vom Verkehrsministerium dem HalleForum zu den neuerlichen Protesten der Umweltschützer am geplanten 7,5 Kilometer langen Schleusenkanal bei Tornitz. Es bringe uns keinen Millimeter weiter, sie zum 587 Mal zu wiederholen oder zum 588 Mal darauf zu reagieren, so Kreibich. Vielmehr sollte zunächst einmal das Planfeststellungsverfahren abgewartet werden. Das Verkehrsministerium erhofft sich durch den Kanal auch Impulse für den Hafen in Halle (Saale).


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