aktualisiert am Mittwoch, 3 September, 2008

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dpa | Hamburger Abendblatt | 04.08.2008

Elbe: Pläne für Staustufe in Geesthacht

Fischer wehren sich gegen Wasserkraftwerk

Es würden massenhaft Tiere vernichtet. Überfällig ist eine große Fischtreppe für den Stör.

Die Fischer an der Unterelbe haben erneut vor dem vom Energieversorger Vattenfall geplanten Wasserkraftwerk an der Staustufe Geesthacht gewarnt.

„Die Turbinen erzeugen einen zusätzlichen Sog, alles oberhalb wird angezogen und geschreddert", sagte der Leiter des Elbfischereibüros im niedersächsischen Bleckede (Kreis Lüneburg), Axel Schlemann. Schon jetzt rauscht die Elbe mit 500 Kubikmetern pro Sekunde durch die Staustufe. Die Fortpflanzung von Wanderfischen wie Aalen oder Lachsen werde so schon behindert oder ganz unterbunden. Ein Kraftwerk untergrabe sowohl die langjährigen Wiederansiedlungsmaßnahmen der Fischer als auch die erfolgreichen Anstrengungen, die Wasserqualität der Elbe zu verbessern.

Eine zweite größere Fischtreppe am Nordufer des Wehres, die als Kompensation für die Kühlwasserentnahme beim geplanten Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg gebaut werden soll, kann nach Schlemanns Auffassung die negativen Folgen eines Wasserkraftwerks nicht wettmachen. Ohnehin sei der Bau einer größeren Fischtreppe längst überfällig. So hänge ein Wiederansiedlungsprojekt für den bis zu vier Meter langen Stör entscheidend davon ab.

Schlemann zufolge hätte das Wasserkraftwerk am Stauwehr dramatische Folgen für das gesamte Einzugsgebiet der Elbe. „Dabei wäre der Energieertrag nur so hoch wie der von drei modernen Windkraftanlagen." Außerdem müsse das Wasserkraftwerk auch im Kontext mit den für die Fischwelt negativen Folgen der geplanten Elbvertiefung und der zunehmenden Kühlwassernutzung gesehen werden.

„Wenn Moorburg in der bisher geplanten Dimension gebaut wird, würden täglich 100 Tonnen Fisch aus der Elbe gepumpt", rechnet Schlemann. "Damit wäre das Kraftwerk Moorburg der größte Elbfischer.

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