MDR Sachsen-Anhalt | 03.08.2008
Naturschutz
An der Elbe bei Barby im Salzlandkreis haben Umweltschützer am Sonntag ihr 16. "Elbe-Saale-Camp" eröffnet. Bis 9. August wollen sie gegen den Ausbau von Elbe und Saale für die Schifffahrt mobil machen.
Wie das Aktionsbündnis Elbe-Saale mitteilte, stehen Diskussionen mit Politikern und Wissenschaftlern, Exkursionen und andere Aktionen auf dem Programm. Das Motto des internationalen Camps: "Viele Quellen werden zum Strom - gemeinsam für lebendige und frei fließende Flüsse".
Naturnahe Flüsse
Im Blickpunkt steht vor allem der geplante Saale-Schleusenkanal bei Tornitz, der kurz vor der Mündung der Saale in die Elbe zahlreiche Flusswindungen überbrücken soll. Durch das im Bundesverkehrswegeplan als vordringlich eingestufte Projekt soll die Saale das ganze Jahr über bis nach Halle für größere Schiffe befahrbar sein.
"Der Kanal ist sinnlos", sagte dazu die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Simone Fella. Er sei ökologisch verheerend, weil eine wertvolle Flusslandschaft unwiederbringlich verloren gehe, aber auch ökonomisch unsinnig, weil die Güter genauso gut mit der Bahn transportiert werden könnten.
Zudem befürchten die Umweltschützer, dass nach diesem Kanalbau auch die Elbe "kanalisiert" werde, weil bei Niedrigwasser kaum Güterverkehr möglich ist. Dem Aktionsbündnis gehören Organisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Bürgerinitiativen an. Seit 1993 setzt sich der Zusammenschluss für den Erhalt naturnaher Flusslandschaften ein
Der Saale-Schleusenkanal bei Tornitz
Der geplante Kanal bei Tornitz soll die Schiffbarkeit der Saale verbessern und auf einer Länge von rund 7,5 Kilometern die vielen Windungen der Saale vor ihrer Einmündung in die Elbe überbrücken. So würde der aufwendig ausgebaute Hafen in Halle ganzjährig auch für so genannte Europaschiffe erreichbar. Sie können bis zu 1.350 Tonnen laden, benötigen aber eine mindestens 2,50 Meter tiefe Fahrrinne.
Im März hatte das Landesverwaltungsamt das Raumordnungsverfahren für den Kanal eingeleitet. Dabei werden zwei Varianten zum Bau der Schleuse und des Kanals untersucht, im Herbst soll es beendet sein. Mit dem möglichen Bau des Kanals, der etwa 80 Millionen Euro kosten soll, wird frühestens im kommenden Jahrzehnt gerechnet.
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