aktualisiert am Donnerstag, 24 Juli, 2008

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Halle online | 23.07.2008

BUND fordert Planungsende für Saalekanal

Saale und Elbe seien als Großschifffahrtsstraßen völlig ungeeignet

Der Bundesvorsitzende vom Bund für Umwelt und Naturschutz BUND, Prof. Hubert Weiger, hat am Dienstag Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre aufgefordert, das Raumordnungsverfahren zum Bau des 100 Mio Euro teuren Saale-Elbe-Kanals einzustellen.

Weiger sagte „Die Fakten sprechen für sich: Die Kosten des Kanalbaus übertreffen den Nutzen. Hier liegt ein eklatanter Fall von Steuergeldverschwendung zu Lasten der Natur vor. Unabhängige Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg sowie Umweltökonomen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung Leipzig (UFZ) haben diesen Nachweis kürzlich vorgelegt. Nun müssen Konsequenzen durch die Politik gezogen werden“.

Elbe und Saale seien wegen häufiger Niedrigwasserstände für die Großschifffahrt nicht geeignet, erklärt der Bundesvorsitzende. Deshalb müsse sich auch der Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee von dem Bauziel von 1,60 m Mindesttiefe für die Elbe verabschieden. „Die Schifffahrtsverwaltung missbraucht die sogenannten Unterhaltungsmaßnahmen für einen verdeckten und daher illegalen Ausbau der Elbe, ohne das Ziel der ganzjähringen Befahrbarkeit der Elbe erreichen zu können. Die Behörde schürt damit Illusionen, die nicht erfüllbar sind, da die nötigen Wassermengen immer öfter fehlen. Das sinnlose Verkippen von Tausenden Tonnen von Schottersteinen an den Ufern der Elbe muss deshalb ein Ende haben. Die Elbe ist zu kostbar, um sie zur uniformen Wasserstraße zu degradieren.“

Vor zwei Wochen wollten sich Ausbaubefürworter und Ausbaugegner auf einer Konferenz in Halle treffen. Kurzfristig sagte allerdings Verkehrsminister Daehre ab und lies zugleich weitere Teilnehmer entschuldigen, so dass die Saalekanal-Gegner unter sich blieben. Bereits zwei Gespräche zuvor ließ der Minister platzen.

Ursprünglich sollte der 7,5 km lange Kanal 80 Mio Euro kosten. Vor wenigen Wochen hatte das Wasserstraßenneubauamt aber die höheren Kosten eingestanden. Im Amt geht man aber weiterhin von einer Wirtschaftlichkeit des Kanals aus. Mit dem Saalekanal soll ein kurvenreiches Stück der Saale vor der Mündung in die Elbe umgangen werden. 2003 hatte die Bundesregierung den Schleusenkanal Tornitz als vordringlichen Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan 2003 aufgenommen.

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