ddp – Dienstag, 22. Juli 2008
Aken (ddp-lsa). Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, hat Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) aufgefordert, das Raumordnungsverfahren zum Bau des Saale-Elbe-Kanals einzustellen. Die Kosten des Kanalbaus überträfen den Nutzen, sagte Weiger am Dienstag. Das sei «ein eklatanter Fall von Steuergeldverschwendung zu Lasten der Natur». Unabhängige Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg sowie Umweltökonomen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung Leipzig (UFZ) hätten diesen Nachweis kürzlich vorgelegt. Nun müssten Konsequenzen durch die Politik gezogen werden.
Elbe und Saale seien wegen häufiger Niedrigwasserstände für die Großschifffahrt nicht geeignet, erklärte der Bundesvorsitzende. Deshalb müsse sich auch der Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) von dem Bauziel von 1,60 Meter Mindesttiefe für die Elbe verabschieden. Die Schifffahrtsverwaltung missbrauche die sogenannten Unterhaltungsmaßnahmen für einen verdeckten und daher illegalen Ausbau der Elbe, ohne das Ziel der ganzjährigen Befahrbarkeit der Elbe erreichen zu können. Das sinnlose Verkippen von Tausenden Tonnen von Schottersteinen an den Ufern der Elbe müsse ein Ende haben.
Auf Einladung Weigers informierten sich am Dienstag Bundes- und Landespolitiker von vier Parteien an Elbe und Saale.
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