aktualisiert am Donnerstag, 20 Dezember, 2007

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Mitteldeutsche Zeitung 26.10.07:

Grüne und BUND kritisieren Land

Regierung soll «unsinnigen Geisterkanal» und Millionenverschwendung ad acta legen

Halle/Magdeburg/dpa. Die Grünen und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) haben das Festhalten des Landes am Bau eines Saalekanals kritisiert. Mit der Behauptung, durch den 80 Millionen Euro teuren Kanal verbessere sich die Frachtschifffahrt zum Hafen Halle, lüge das Verkehrsministerium den Bürgern des Landes schlicht die Taschen voll, sagte BUND-Flussexperte Ernst Paul Dörfler am Donnerstag. Ähnlich äußerte sich die Grünen-Landesvorsitzende Undine Kurth. Sie forderte die Landesregierung laut einer Mitteilung auf, den «unsinnigen Geisterkanal» und die damit verbundene Millionenverschwendung von Steuergeldern ad acta zu legen.

Das Ministerium verschweige, dass Schiffe auf der Elbe verkehren müssten, um die Saale zu erreichen, erklärten Dörfler und Kurth. Die Elbe führe jedoch nicht zuletzt durch den Klimawandel immer weniger Wasser, schon jetzt könnten dort wegen Niedrigwassers monatelang keine großen Güterschiffe verkehren. Daran änderten auch bis 2010 entlang der Elbe geplante Ausbauprojekte nichts. Nach den Worten von Kurth stellen die Wirtschaft und die Häfen an Elbe und Saale auf Schienentransport um, dass müsse auch die Landesregierung endlich zur Kenntnis nehmen.

Verkehrsstaatssekretär Hans-Joachim Gottschalk sagte anlässlich einer Tagung in Halle, der Bau des Saale-Kanals werde die ganzjährige wirtschaftliche Befahrbarkeit der Saale ermöglichen. Die Einleitung des Raumordnungsverfahrens stehe kurz bevor. Ziel müsse es auch sein, in der Elbe von Geesthacht bis Dresden durchgängig eine Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter zu gewährleisten. Angesichts der enormen Entwicklung vor allem im Hamburger Hafen müssten im Hinterland vermehrt Binnenschiffe in die Transportketten eingebunden werden. Sie verfügten als einzige Verkehrsmittel noch über erhebliche Kapazitätsreserven.

Der 7,5 Kilometer lange Saale-Kanal soll den Planungen zufolge nahe Tornitz kurz vor der Mündung der Saale in die Elbe diverse Flusswindungen überbrücken. Dadurch soll die Saale von Halle bis zur Mündung in die Elbe ganzjährig für Schiffe mit einer Ladung von bis zu 1350 Tonnen befahrbar sein.

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