|
Niedrigwasser bedroht Elbschifffahrt vom 17.01.2006
Niedrigwasser bedroht Schifffahrt
Geplanter Ausbau der Elbe sei unwirtschaftlich, erklären Umweltverbände
von Mirijam Meinhardt, taz vom 17.1.2006
BERLIN taz Weil der Wasserstand in der Elbe permanent sinkt, halten Umweltverbände den Ausbau des Flusses für falsch. In einer Studie hat das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung herausgefunden, dass in den vergangenen Jahren zunehmend Niedrigwasser aufgetreten ist. Das Bundesverkehrsministerium plant dagegen neue Investitionen zum Ausbau der Elbe.
Der BUND, der WWF und die Deutsche Umwelthilfe haben die Studie des Potsdamer Instituts (PIK) in Auftrag gegeben. Das Institut analysierte darin die Pegelstände der Elbe der vergangenen hundert Jahre. Das Resultat: Unter anderem wegen geringerer Niederschläge würden die Wasserstände weiter sinken. "Das ist eine Konsequenz des regionalen Klimawandels und des Temperaturanstiegs um etwa ein Grad Celsius", sagt Frank Wechsung vom PIK. Damit ist nach Erkenntnissen des Instituts auch die wirtschaftliche Schifffahrt auf der Elbe infrage gestellt. In manchen Jahren werde der notwendige Mindestwasserstand von 1,60 m deutlich unterschritten.
Schon jetzt lohne sich der Güterverkehr auf der Elbe kaum, sagte Ernst Paul Dörfler vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gestern. Pro Jahr würden etwa 1,5 Millionen Tonnen auf dem Fluss verschifft. Das entspreche etwa dem Transportvolumen von zwei Güterzügen. "Die Wasserstraße spielt eine untergeordnete Rolle", so Dörfler.
Das will die Bundesregierung ändern. Ausbauten sollen die Wassertiefe von 1,60 Meter garantieren. Das Verkehrsministerium beruft sich ebenfalls auf eine Studie zur Elbschifffahrt. Diese arbeite mit den gleichen Daten, habe aber den langfristigen Trend nicht untersucht. Damit werde das Niedrigwasserrisiko unterschätzt, erläuterte PIK-Mitarbeiter Frank Wechsung. Der Ausbau sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, erklären deshalb die Umweltverbände. Den niedrigen Wasserständen könne dadurch nur teilweise abgeholfen werden.
Die Elbe führt immer weniger Wasser
Klimaforscher empfehlen, den Flussausbau zu stoppen
mk.
Die Naturschutzverbände WWF, BUND und Deutsche Umwelthilfe haben Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) aufgefordert, die Pläne seines Ministeriums zum Ausbau der Elbe zu stoppen. Die Vertreter der Verbände berufen sich dabei auf eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), deren Ergebnisse sie gestern in Berlin veröffentlicht haben. Der Studie zufolge, wird der Fluss in den nächsten Jahrzehnten häufiger Niedrigwasser haben als bisher. Um die Elbe dennoch ganzjährig für Frachtkähne schiffbar zu halten, seien unvertretbare Eingriffe in die Flusslandschaft notwendig, sagte Ernst Paul Dörfler vom BUND.
Frank Wechsung und sein Team vom PIK hatten Daten über die Elbepegel und Niederschläge seit 1901 ausgewertet. Sie stellten fest, dass die Zahl regenfreier Tage in den letzten 30 Jahren gegenüber den vorangegangenen drei Dekaden um 45 Prozent zunahm. Im Zeitraum 1974 bis 2003 gab es im Mittel 123 Tage ohne Niederschlag, zwischen 1951 und 1980 waren es nur 85 Tage gewesen.
Im Unterschied etwa zu Rhein und Donau, die teilweise mit Schmelzwasser aus den Alpen gespeist werden, ist der Elbewasserstand ausschließlich von den Niederschlägen im Einzugsgebiet abhängig. Die Potsdamer Klimaforscher machten in der Region einen Rückgang der Regen- und Schneefälle seit Ende der 80er-Jahre aus.
Als Folge des Klimawandels sei damit zu rechnen, dass sich dieser Trend fortsetze, sagte Wechsung. In den vergangenen fünfzig Jahren sei die Durchschnittstemperatur im deutschen Elbegebiet um 1 Grad Celsius angestiegen. Deshalb verdunste mehr Wasser und es fließe weniger in die Elbe. Schließlich trage auch der Rückgang des Braunkohle-Abbaus seit 1989 zu niedrigeren Elbewasserständen bei, weil seitdem kaum noch Bodenwasser von den Tagebausohlen in die Flüsse gepumpt werde, sagte Wechsung. (mk.)
Teure Elbvertiefung
Potsdamer Studie lässt Zunahme von Niedrigwasser in deutschem Flussabschnitt erwarten / Öko-Verbände fordern Neubewertung
Von Steffen Schmidt, 17.01.06
Seit der deutschen Wiedervereinigung gibt es Streit um einen Ausbau der Elbe als Verkehrsweg. Eine am Montag in Berlin vorgestellte Studie des Potsdam Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) lässt allerdings daran zweifeln, ob das Ziel der ganzjährigen Befahrbarkeit überhaupt realisierbar ist.
Der lange Elbabschnitt, der über 40 Jahre die Grenze zwischen DDR und BRD darstellte, ist – gewissermaßen von allein – renaturiert worden. Die Verkehrswegeplanung nach der Wiedervereinigung hatte allerdings nicht allein das Ziel, in diesem Abschnitt wieder den Vorkriegszustand herzustellen. Anfangs gab es zudem Pläne sowohl an der Elbe als auch an der Saale, mit dem Neubau von Staustufen und einem kanalartigen Ausbau die ganzjährige Befahrbarkeit auch für größere Containerschiffe zu ermöglichen.
Der Zusammenbruch weiter Teile der ostdeutschen Industrie verringerte allerdings den Schiffsverkehr so stark, dass die heute nur noch 1,5 Millionen Tonnen problemlos auch per Bahn transportiert werden könnten, wie Ernst Dörfler vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei der Vorstellung der Studie sagte. Diese war von BUND, WWF und der Deutschen Umwelthilfe in Auftrag gegeben worden.
Zentrale Aussage der Studie ist, dass die Elbe im Schnitt der letzten 50 Jahre immer weniger Wasser führt. Anderslautende Angaben einer früheren Studie der Bundesanstalt für Gewässerkunde im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums hätten den Einfluss der Talsperrenbauten aus den 1950er Jahren und den Zufluss von Grubenwasser aus Braunkohletagebauen seit 1930 ignoriert, sagte Studienleiter Frank Wechsung vom PIK. Die Planungen für den Ausbau, der ganzjährig eine Fahrrinne von mindestens 1,60 Meter Tiefe garantieren soll, beruhten auf den Messdaten des ungewöhnlich nassen Zeitraums von 1973 bis 1986.
Die PIK-Forscher hatten die Pegelstände zwischen Dresden und Magdeburg während des letzten Jahrhunderts untersucht und in den letzten beiden Jahrzehnten eine zunehmende Häufigkeit von Niedrigwasserperioden festgestellt. Die für die Schifffahrt notwendige Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter zwischen Dresden und Geesthacht sowie 1,50 Meter zwischen Dresden und Schmilka wurde vielfach nicht erreicht. So wurden diese Werte in den Jahren 1991, 1992, 2000 und 2003 an vier bis sechs Monaten unterschritten. Diese Situation dürfte sich noch verschärfen. Die neue Studie zeigt, dass die Sommerniederschläge in den vergangenen drei Jahrzehnten im Vergleich zur Periode 1951-1980 stark abgenommen haben. Gleichzeitig stiegen, während der vergangenen 50 Jahre die Jahresmitteltemperaturen im deutschen Teilgebiet um ca. ein Grad Celsius. Infolge der Erwärmung nehme auch die winterliche Wasserspeicherung in Form von Schnee und Eis ab. Zudem verdunste mehr Oberflächenwasser, das dann wieder den Flüssen fehle. »Wenn diese Trends andauern, müssen wir mit häufigerem und extremerem Niedrigwasser an der mittleren Elbe rechnen«, prognostiziert PIK-Forscher Wechsung. Selbst mit der Annahme eines kontinuierlichen Zubaus von Talsperren wie seit den 1950er Jahren würden nicht ganzjährig die gewünschten Wassertiefen erreicht.
Für die Umweltverbände ist die Schlussfolgerung klar. Unter diesen Umständen sei es ökonomisch unsinnig, noch weitere Millionen in den Flussausbau zu versenken, meint Elbexperte Dörfler. Zudem wären bei einer weiteren Verfolgung dieser Pläne Konflikte mit der EU vorprogrammiert, da großflächige Auen-Schutzgebiete an der mittleren Elbe in Mittleidenschaft gezogen würden. Allein 50 000 Hektar davon sind nach Angaben von WWF-Sprecher Georg Rast Natura-2000-Schutzgebiete, bei denen die EU ein Wort mitzureden hat. Bereits die seit Jahren laufende Wiederherstellung der Buhnen im ehemaligen Grenzgebiet habe negative Folgen für die angrenzenden Biotope.
WWF, BUND und Deutsche Umwelthilfe fordern die Bundesregierung auf, die Unterhaltungs- und Ausbaupläne an der Elbe aufzugeben. Unabhängige Gutachten über Transportprognosen, Klimatrends und Wasserstände sollten als Planungsgrundlage dienen zu einem zukunftsfähigen Umgang mit der Elbe. Anstatt den Fluss für die Güterschifffahrt auszubauen, müssten geplante Maßnahmen zur Bekämpfung der Erosion dringend in die Tat umgesetzt werden.
Märk. Allg. Ztg. 17.01.2006
Elbe führt immer weniger Wasser Klimaforscher: Ausbau für Schiffe sinnlosPOTSDAM/BERLIN Die Elbe führt immer weniger Wasser. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Als Hauptgründe für das permanente Niedrigwasser nannte Klimaforscher Frank Wechsung die Klimaerwärmung um etwa ein Grad Celsius in den vergangenen 50 Jahren, den Rückgang der Schneesicherheit in den Mittelgebirgen, den vorgezogenen Beginn der Vegetationsperiode und sinkende Niederschläge.Die Schifffahrt auf dem Fluss werde immer schwieriger werden, weil das Niedrigwasser künftig auch nicht mehr durch Wasser aus dem Braunkohletagebau aufgefüllt werden könne, so Wechsung. Die im Auftrag des World Wide Fund for Nature (WWF), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutschen Umwelthilfe erstellte Studie untersuchte Klimatrends im Einzugsgebiet der Elbe über 100 Jahre hinweg. Die Umweltverbände appellierten angesichts der Ergebnisse der Studie an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), die Pläne, die Elbe als ganzjährig befahrbare Wasserstraße auszubauen, aufzugeben. Der Elbe-Experte des BUND, Ernst Paul Dörfler, sagte, der Fluss habe in den vergangenen 15 Jahren nur im Jahr 1996 ganzjährig die für die Güterschifffahrt notwendige Tiefe von 1,60 Meter erreicht. Das Transportaufkommen auf der Elbe sei auf 1,5 Millionen Tonnen zurückgegangen - eine Menge, die auf zwei Güterzüge verteilt werden könnte.Die Bundesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung festgeschrieben, die landseitige Anbindung der deutschen Seehäfen zu verbessern. Dazu gehört, den Containertransport vom Hamburger Hafen über die Elbe ins Binnenland zu ermöglichen. Nach Ansicht der Potsdamer Klimaforscher geht der Bund dabei aber von falschen Planungsvoraussetzungen aus. Um Containerschifffahrt auf der Elbe zu ermöglichen, müsste die Elbe weit tiefer ausgebaut werden als bisher veranschlagt. Grundlage der Ausbaupläne seien Erhebungen bis in das Jahr 1983. Zwischen Mitte der 70-er und Mitte der 80-er Jahre habe der Fluss aber eine relativ feuchte Phase gehabt, so Wechsung.Unabhängig davon ist die Anbindung Ostdeutschlands für Binnenschiffe seit 1990 kontinuierlich ausgebaut worden. So wurde 2003 das Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg eröffnet, dass es Schiffen ermöglicht, vom Mittellandkanal aus in Richtung Berlin zu gelangen, ohne die Elbe benutzen zu müssen. Seitdem sind deutlich mehr Schiffe in West-Ost-Richtung unterwegs. Auf einigen Abschnitten der Oder-Havel-Wasserstraße wurde 2005 ein Plus von 20 Prozent verzeichnet. epd/MAZ
17.01.2006
Elbe führt immer weniger Wasser Klimaforscher: Ausbau für Schiffe sinnlosPOTSDAM/BERLIN Die Elbe führt immer weniger Wasser. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Als Hauptgründe für das permanente Niedrigwasser nannte Klimaforscher Frank Wechsung die Klimaerwärmung um etwa ein Grad Celsius in den vergangenen 50 Jahren, den Rückgang der Schneesicherheit in den Mittelgebirgen, den vorgezogenen Beginn der Vegetationsperiode und sinkende Niederschläge.Die Schifffahrt auf dem Fluss werde immer schwieriger werden, weil das Niedrigwasser künftig auch nicht mehr durch Wasser aus dem Braunkohletagebau aufgefüllt werden könne, so Wechsung. Die im Auftrag des World Wide Fund for Nature (WWF), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutschen Umwelthilfe erstellte Studie untersuchte Klimatrends im Einzugsgebiet der Elbe über 100 Jahre hinweg. Die Umweltverbände appellierten angesichts der Ergebnisse der Studie an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), die Pläne, die Elbe als ganzjährig befahrbare Wasserstraße auszubauen, aufzugeben. Der Elbe-Experte des BUND, Ernst Paul Dörfler, sagte, der Fluss habe in den vergangenen 15 Jahren nur im Jahr 1996 ganzjährig die für die Güterschifffahrt notwendige Tiefe von 1,60 Meter erreicht. Das Transportaufkommen auf der Elbe sei auf 1,5 Millionen Tonnen zurückgegangen - eine Menge, die auf zwei Güterzüge verteilt werden könnte.Die Bundesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung festgeschrieben, die landseitige Anbindung der deutschen Seehäfen zu verbessern. Dazu gehört, den Containertransport vom Hamburger Hafen über die Elbe ins Binnenland zu ermöglichen. Nach Ansicht der Potsdamer Klimaforscher geht der Bund dabei aber von falschen Planungsvoraussetzungen aus. Um Containerschifffahrt auf der Elbe zu ermöglichen, müsste die Elbe weit tiefer ausgebaut werden als bisher veranschlagt. Grundlage der Ausbaupläne seien Erhebungen bis in das Jahr 1983. Zwischen Mitte der 70-er und Mitte der 80-er Jahre habe der Fluss aber eine relativ feuchte Phase gehabt, so Wechsung.Unabhängig davon ist die Anbindung Ostdeutschlands für Binnenschiffe seit 1990 kontinuierlich ausgebaut worden. So wurde 2003 das Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg eröffnet, dass es Schiffen ermöglicht, vom Mittellandkanal aus in Richtung Berlin zu gelangen, ohne die Elbe benutzen zu müssen. Seitdem sind deutlich mehr Schiffe in West-Ost-Richtung unterwegs. Auf einigen Abschnitten der Oder-Havel-Wasserstraße wurde 2005 ein Plus von 20 Prozent verzeichnet. epd/MAZ
Natur und Kosmos
Klimawandel bremst Elbschifffahrt ausUmweltverbände fordern Neubewertung der Elbeausbaupläne.
Wo kein Wasser ist, kann auch kein Schiff fahren. Nach einer von den Umweltorganisationen BUND, WWF und der Deutschen Umwelthilfe vorgestellten Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) führt die Elbe immer weniger Wasser – ein Folge des Klimawandels. Die Pläne der Bundesregierung für den Ausbau der Elbe führten somit in eine Sackgasse und müssten gestoppt werden. Die Umweltschützer berichten, dass die Elbe zwar schon immer eine stark schwankende Wasserführung hatte. Doch seien im Vergleich zu den 70er und 80er Jahren häufiger niedrige Pegelstände zu erwarten, wenn sich die in den letzten Jahren beobachteten Trends fortsetzen. Damit ist von einer stärkeren Behinderung der Güterschifffahrt auf der Elbe auszugehen. Eine ganzjährige wirtschaftliche Schiffbarkeit der Elbe sei trotz der geplanten Investitionen nicht erreichbar.Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung hat die Pegelstände zwischen Dresden und Magdeburg während des letzten Jahrhunderts unter die Lupe genommen. Die Wissenschaftler beobachteten bei der Elbe in den letzten beiden Jahrzehnten eine zunehmende Häufigkeit von Niedrigwasserperioden. Das Unterhaltungsziel einer für die Schifffahrt an 345 eisfreien Tagen eines Jahres garantierten Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter zwischen Dresden und Geesthacht und 1,50 Meter zwischen Dresden und Schmilka wurde vielfach nicht erreicht. So wurden diese Werte in den Jahren 1991, 1992, 2000 und 2003 an vier bis sechs Monaten unterschritten und damit eine wirtschaftliche Güterschifffahrt unmöglich.Diese Situation dürfte sich noch verschärfen. Die neue Studie zeigt, dass die Sommerniederschläge in den vergangenen drei Jahrzehnten im Vergleich zur Periode 1951-80 stark abgenommen haben. Gleichzeitig stiegen die Jahresmitteltemperaturen im deutschen Teilgebiet um ca. ein Grad Celsius während der vergangenen 50 Jahre. “Wenn diese Trends andauern, müssen wir mit häufigerem und extremerem Niedrigwasser an der mittleren Elbe rechnen“, prognostiziert Frank Wechsung vom PIK. “Die Elbe würde in Niedrigwasserzeiten weniger Wasser führen und wäre daher noch schlechter schiffbar.“„Ein weiterer Ausbau der Elbe ist völlig unsinnig, wenn der Güterschifffahrt das notwendige Wasser unterm Kiel fehlt“, betont Ernst Paul Dörfler vom BUND.Dennoch setzt das Verkehrsministerium auf den Ausbau und die verschärfte Unterhaltung der Elbe. „Im Schnitt passieren die Elbe bei Magdeburg nicht einmal ein Dutzend Frachter am Tag. Eine weitere Vertiefung der Fahrrinne, Uferbegradigungen oder Buhnenverlängerungen werden daran nichts wesentlich ändern“, betont Georg Rast vom WWF. „Hier opfere man nicht nur den letzten noch frei fließenden Fluss, sondern gefährde zugleich die besten Auenlandschaften Deutschlands und europäische Umwelt- und Naturschutzziele.“WWF, BUND und Deutsche Umwelthilfe fordern die Bundesregierung auf, die derzeitigen Unterhaltungs- und Ausbaupläne an der Elbe aufzugeben. Unabhängige Gutachten über Transportprognosen, Klimatrends und Wasserstände sollten als Planungsgrundlage dienen zu einem zukunftsfähigen Umgang mit der Elbe. Anstatt die Elbe für die Güterschifffahrt auszubauen, müssten geplante Maßnahmen zur Bekämpfung der Erosion dringend in die Tat umgesetzt werden.
…zurück zur Übersicht
|
|