|
Minister Karl-Heinz Daehre besucht Schwenk Zementwerk
von Ute Hartling-Lieblang, 9.2.2006, MZ Aschersleben
Minister Karl-Heinz Daehre im Gespräch mit Gesellschafter Eduard Schleicher (l.), Werkleiter Uwe Müller und Gerhard Hirth, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Schwenk, am Standort Bernburg. (MZ-Foto: Engelbert Pülicher.)
Bernburg/MZ. Das Raumordnungsverfahren für den Saalekanal bei Tornitz soll zügig durchgezogen werden. Mit diesem Versprechen verabschiedete sich Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre am Donnerstag im Bernburger Werk der Schwenk Zement AG. "Wir dürfen uns dabei aber keine Formfehler erlauben, es muss gerichtsfest sein", fügte er hinzu. Man löse damit nicht zuletzt ein Versprechen an jene Unternehmen ein, die hier investiert haben.
Eine Aussage, die Geschäftsführung und Belegschaft des Bernburger Werkes, das als eines der modernsten in Euro gilt, mit Freude hörten. Wie dringend man auf diese Anbindung an die Transportwege Saale und Elbe und damit an das europäische Wasserstraßennetz wartet, machten Gesellschafter Eduard Schleicher und Werksleiter Uwe Müller in einer Pressekonferenz deutlich, an der auch Vertreter des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt teilnahmen. Wettbewerbsfähigkeit, Standortsicherung und nicht zuletzt Arbeitsplätze hingen von diesem Transportweg ab, so die Unternehmens
spitze. Da der Binnenmarkt für den Absatz nicht mehr ausreiche, gelte es neue Märkte zu erschließen. Dafür müsse man den Unternehmen Chancengleichheit verschaffen, sagte der Minister. Die Kapazitäten des Bernburger Werkes mit seinen 140 Beschäftigten seien erst zu 60 bis 70 Prozent ausgelastet, hieß es.
Mit dem Saaleausbau gelte es auch dem "drohenden Kollaps" auf der Straße zu begegnen, sagte Minister Daehre. Schon heute werden laut Aussage von Werkleiter Uwe Müller von Bernburg aus 120 000 Tonnen Zement per Schiff auf dem Umweg über Haldensleben transportiert. Nach dem Kanalbau könnten es rund 400 000 Tonnen sein. Dann wären 20 000 Lkw weniger auf der Straße unterwegs, was auch die Umwelt entlaste. Dem Argument, es gebe nicht genügend Schiffe für diese Wasserstraßen, entgegnete Minister Daehre: "Auf einem Feldweg fahren auch relativ wenig Autos". Um Massengüter zu transportieren, sei die Binnenschifffahrt künftig unverzichtbar.
Am Beispiel des zur Schwenk Firmengruppe gehörenden Werkes in Karlstadt bei Würzburg machte Eduard Schleicher die Bedeutung der Wasserstraße deutlich. Durch die Nutzung des Main habe man dort den Anschluss an den Weltmarkt geschafft und den Exportanteil auf rund 50 Prozent ausbauen können. Dazu stelle auch die Schiene keine wirtschaftliche Alternative dar. "Die logistische Kette über den Wasserweg ist die sinnvollste", so der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, Gerhard Hirth.
Ein Ziel, für das auch der 1996 gegründete Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt streitet, in dem 60 Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen zusammengeschlossen sind, wie Präsident Manfred Sprinzek erläuterte. Die bei der Pressekonferenz in Bernburg erstmals vorgestellte Broschüre des Bau- und Verkehrsministeriums "Mobiler in die Zukunft- auf den Wasserwegen in Sachsen-Anhalt" kröne jahrelange Mühen. Sie widmet sich neben den Transportpotenzialen von Elbe und Saale auch der touristischen Nutzung. "Beides schließt einander nicht aus", so der Minister.
…zurück zur Übersicht
|
|