aktualisiert am Donnerstag, 20 Dezember, 2007

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Klimawandel bremst Elbschifffahrt aus

Umweltverbände fordern Neubewertung der Elbeausbaupläne.

Natur und Kosmos 17.01.2006

Wo kein Wasser ist, kann auch kein Schiff fahren. Nach einer von den Umweltorganisationen BUND, WWF und der Deutschen Umwelthilfe vorgestellten Studie des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) führt die Elbe immer weniger Wasser – ein Folge des Klimawandels. Die Pläne der Bundesregierung für den Ausbau der Elbe führten somit in eine Sackgasse und müssten gestoppt werden. Die Umweltschützer berichten, dass die Elbe zwar schon immer eine stark schwankende Wasserführung hatte. Doch seien im Vergleich zu den 70er und 80er Jahren häufiger niedrige Pegelstände zu erwarten, wenn sich die in den letzten Jahren beobachteten Trends fortsetzen. Damit ist von einer stärkeren Behinderung der Güterschifffahrt auf der Elbe auszugehen. Eine ganzjährige wirtschaftliche Schiffbarkeit der Elbe sei trotz der geplanten Investitionen nicht erreichbar.Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung hat die Pegelstände zwischen Dresden und Magdeburg während des letzten Jahrhunderts unter die Lupe genommen. Die Wissenschaftler beobachteten bei der Elbe in den letzten beiden Jahrzehnten eine zunehmende Häufigkeit von Niedrigwasserperioden. Das Unterhaltungsziel einer für die Schifffahrt an 345 eisfreien Tagen eines Jahres garantierten Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter zwischen Dresden und Geesthacht und 1,50 Meter zwischen Dresden und Schmilka wurde vielfach nicht erreicht. So wurden diese Werte in den Jahren 1991, 1992, 2000 und 2003 an vier bis sechs Monaten unterschritten und damit eine wirtschaftliche Güterschifffahrt unmöglich.Diese Situation dürfte sich noch verschärfen. Die neue Studie zeigt, dass die Sommerniederschläge in den vergangenen drei Jahrzehnten im Vergleich zur Periode 1951-80 stark abgenommen haben. Gleichzeitig stiegen die Jahresmitteltemperaturen im deutschen Teilgebiet um ca. ein Grad Celsius während der vergangenen 50 Jahre. “Wenn diese Trends andauern, müssen wir mit häufigerem und extremerem Niedrigwasser an der mittleren Elbe rechnen“, prognostiziert Frank Wechsung vom PIK. “Die Elbe würde in Niedrigwasserzeiten weniger Wasser führen und wäre daher noch schlechter schiffbar.“„Ein weiterer Ausbau der Elbe ist völlig unsinnig, wenn der Güterschifffahrt das notwendige Wasser unterm Kiel fehlt“, betont Ernst Paul Dörfler vom BUND.Dennoch setzt das Verkehrsministerium auf den Ausbau und die verschärfte Unterhaltung der Elbe. „Im Schnitt passieren die Elbe bei Magdeburg nicht einmal ein Dutzend Frachter am Tag. Eine weitere Vertiefung der Fahrrinne, Uferbegradigungen oder Buhnenverlängerungen werden daran nichts wesentlich ändern“, betont Georg Rast vom WWF. „Hier opfere man nicht nur den letzten noch frei fließenden Fluss, sondern gefährde zugleich die besten Auenlandschaften Deutschlands und europäische Umwelt- und Naturschutzziele.“WWF, BUND und Deutsche Umwelthilfe fordern die Bundesregierung auf, die derzeitigen Unterhaltungs- und Ausbaupläne an der Elbe aufzugeben. Unabhängige Gutachten über Transportprognosen, Klimatrends und Wasserstände sollten als Planungsgrundlage dienen zu einem zukunftsfähigen Umgang mit der Elbe. Anstatt die Elbe für die Güterschifffahrt auszubauen, müssten geplante Maßnahmen zur Bekämpfung der Erosion dringend in die Tat umgesetzt werden

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