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Klimaforscher empfehlen, den Flussausbau zu stoppen
mk.
Die Naturschutzverbände WWF, BUND und Deutsche Umwelthilfe haben Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) aufgefordert, die Pläne seines Ministeriums zum Ausbau der Elbe zu stoppen. Die Vertreter der Verbände berufen sich dabei auf eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), deren Ergebnisse sie gestern in Berlin veröffentlicht haben. Der Studie zufolge, wird der Fluss in den nächsten Jahrzehnten häufiger Niedrigwasser haben als bisher. Um die Elbe dennoch ganzjährig für Frachtkähne schiffbar zu halten, seien unvertretbare Eingriffe in die Flusslandschaft notwendig, sagte Ernst Paul Dörfler vom BUND.
Frank Wechsung und sein Team vom PIK hatten Daten über die Elbepegel und Niederschläge seit 1901 ausgewertet. Sie stellten fest, dass die Zahl regenfreier Tage in den letzten 30 Jahren gegenüber den vorangegangenen drei Dekaden um 45 Prozent zunahm. Im Zeitraum 1974 bis 2003 gab es im Mittel 123 Tage ohne Niederschlag, zwischen 1951 und 1980 waren es nur 85 Tage gewesen.
Im Unterschied etwa zu Rhein und Donau, die teilweise mit Schmelzwasser aus den Alpen gespeist werden, ist der Elbewasserstand ausschließlich von den Niederschlägen im Einzugsgebiet abhängig. Die Potsdamer Klimaforscher machten in der Region einen Rückgang der Regen- und Schneefälle seit Ende der 80er-Jahre aus.
Als Folge des Klimawandels sei damit zu rechnen, dass sich dieser Trend fortsetze, sagte Wechsung. In den vergangenen fünfzig Jahren sei die Durchschnittstemperatur im deutschen Elbegebiet um 1 Grad Celsius angestiegen. Deshalb verdunste mehr Wasser und es fließe weniger in die Elbe. Schließlich trage auch der Rückgang des Braunkohle-Abbaus seit 1989 zu niedrigeren Elbewasserständen bei, weil seitdem kaum noch Bodenwasser von den Tagebausohlen in die Flüsse gepumpt werde, sagte Wechsung. (mk.)
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